/ 20.06.2013
Kay Müller / Franz Walter
Graue Eminenzen der Macht. Küchenkabinette in der deutschen Kanzlerdemokratie. Von Adenauer bis Schröder
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004; 214 S.; brosch., 19,90 €; ISBN 3-531-14348-4Wer in dieser Arbeit über die „Küchenkabinette“ der bundesrepublikanischen Kanzler eine umfassende und theoretisch abgerundete Darstellung informeller Einflusslinien und Netzwerkstrukturen in der deutschen Kanzlerdemokratie sucht, wird enttäuscht werden. Die Autoren legen keine politikwissenschaftliche Analyse, sondern eine locker daherkommende, teils ins Anekdotenhafte gehende Beschreibung wichtiger Persönlichkeiten hinter der Kulisse des Kanzleramtes vor. Jedem Kanzler werden einzelne Personen zugeordnet und danach wird deren Wirken im Geflecht von Öffentlichkeit, „Küchenkabinettskollegen“, Parlament und Kanzler beschrieben. Jeder Darstellung eines solchen „Küchenkabinetts“ ist eine kurze Zusammenfassung nachgestellt, in der Aufstieg, Niedergang und die internen Mechanismen dieser Personengruppe um den Kanzler skizziert werden. Heraus kommt ein sprachlich farbiger und interessant zu lesender, aber um der Lesbarkeit willen allzu oberflächlich personalisierender Abriss bundesdeutscher „Kanzlergeschichte“.
Christian Becker (BEC)
Dr. rer. pol.
Rubrizierung: 2.322 | 2.331
Empfohlene Zitierweise: Christian Becker, Rezension zu: Kay Müller / Franz Walter: Graue Eminenzen der Macht. Wiesbaden: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23290-graue-eminenzen-der-macht_26687, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 26687
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Dr. rer. pol.
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