/ 18.06.2013
Klaus Dreher
Kohl und die Konten. Eine schwarze Finanzgeschichte
Stuttgart/München: Deutsche Verlags-Anstalt 2002; 210 S.; geb., 18,90 €; ISBN 3-421-05441-XMit diesem Buch akzentuiert, aktualisiert und erweitert Dreher seine Biografie Kohls aus dem Jahr 1998 (siehe ZPol 3/98: 1.105 f.). Im Mittelpunkt stehen dabei die Geschehnisse nach der Wahlniederlage 1998 und im Besonderen die Spendenaffäre. Drehers Buch setzt mit dem Ende der Zeugenvernehmungen im Spendenausschuss ein. Dieses nimmt er als Zäsur, um "eine vorläufige Bilanz zu ziehen" (9). Dabei stützt er sich neben den Ausschussprotokollen auf die Berichte der Staatsanwaltschaften, auf Gerichtsakten zu Finanzmanipulationen aus Frankreich und der Schweiz, die Unterlagen der CDU-Wirtschaftsprüfer und eine Reihe von Gesprächen mit ehemaligen Mitarbeitern der CDU-Geschäftsstelle. Wieder und wieder kommentiert Dreher auch Kohls "Tagebuch" aus dem Jahr 2000, in dem dieser seine Sicht der Dinge vorträgt. Deutlich wird, wie Kohl mit seiner Verteidigung und seinen Rechtfertigungsversuchen auf frühere Ereignisse und Konstellationen seiner politischen Vita zurückkommt, etwa auf seine vereitelte Abwahl auf dem Bremer Parteitag 1989.
Manuel Fröhlich (MF)
Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
Rubrizierung: 2.331
Empfohlene Zitierweise: Manuel Fröhlich, Rezension zu: Klaus Dreher: Kohl und die Konten. Stuttgart/München: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17001-kohl-und-die-konten_19527, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 19527
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Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
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