/ 20.06.2013
Hajo Schumacher
Kopf hoch, Deutschland. Optimistische Geschichten aus einer verzagten Republik
München: Karl Blessing Verlag 2005; 223 S.; geb., 16,- €; ISBN 3-89667-280-0Aus dem Blickwinkel der Motivationspsychologie nimmt Schumacher unsere „[v]erzagte Republik“ (15) genauer unter die Lupe und entwirft die These, dass in Deutschland die Kritik zum Selbstzweck verkommen und damit Teil des Problems geworden sei. „Von der Wirklichkeit entkoppelt, ist so ein schwefeliges Grundrauschen entstanden, das sich selbst trägt.“ (28) Positive Nachrichten aus der Wirtschaft würden wortlos übergangen, dafür aber an allen Ecken und Enden gemäkelt und gemeckert, von Politikern, Gewerkschaftlern und Arbeitgebervertretern – und Journalisten, möchte man hinzufügen, die fleißig alles weiterreichen. Der Hauptteil des Buches besteht dann aber aus lauter Gegenbeispielen. Schumacher erzählt in kleinen Reportagen von Menschen, die nicht in das allgemeine Wehklagen einstimmen, sondern anpacken, die Unternehmen gründen oder als Lehrer gerne und erfolgreich mit Schülern arbeiten. In seiner Schlussbetrachtung fragt er nach dem Erfolg versprechenden gemeinsamen Nenner dieser Menschen – und sieht sie alle in der bürgerlichen Mitte stehen, eingebunden in ihren Familien. Schumacher schlägt damit explizit den Bogen zu dem britischen Ökonomen Richard Layard, der sich mit den allgemeinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorraussetzungen für das Glück beschäftigt (siehe „Die glückliche Gesellschaft“ in diesem Heft, Rubrik 2.23) und sicher ein geistiger Pate von Schumachers aufmunternden Überlegungen ist.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3 | 2.35
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Hajo Schumacher: Kopf hoch, Deutschland. München: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23339-kopf-hoch-deutschland_26764, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 26764
Rezension drucken
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
CC-BY-NC-SA