/ 17.06.2013
Heinrich Epskamp / Maike Buchholz / Jens Stappenbeck / Gotthard Scholz
Lernende Organisation. Verwaltungsmodernisierung am Beispiel eines Bezirksamts in Hamburg
Opladen: Leske + Budrich 2001 (Schriftenreihe der Hochschule für Wirtschaft und Politik 7); 213 S.; kart., 24,44 €; ISBN 3-8100-3092-9Ansätze zur Verwaltungsmodernisierung erfolgen hierzulande noch weitgehend unter der betriebswirtschaftlichen Perspektive des Public Management, bei dem marktanaloge Effizienzkriterien im Prozess öffentlicher Dienstleistungen implementiert werden sollen. Einen alternativen - soziologischen - Ansatz stellt das Konzept der lernenden Organisation dar; hier wird durch Verknüpfung von individueller (Mitarbeiter) und kollektiver (Organisation) Ebene ein reflexives Lernen angestrebt, das über die Frage korrekter Regelanwendung hinaus auch eine gezielte Veränderung von Regeln systematisch bedenkt. Orientiert an diesem Idealbild hat die Hochschule für Wirtschaft und Politik Hamburg - gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung - 1997/98 ein Forschungsprojekt (PASTEUR = "Partizipation und Steuerung") durchgeführt, mit dem modellhaft der Prozess einer selbstreflexiven Organisationsentwicklung unterstützt werden sollte. Methodisch beruhte die Studie auf theoretischer Organisationsanalyse, schriftlicher Mitarbeiterbefragung, leitfadengestützten Interviews und Gruppendiskussionen. Gegenstand der Fallstudie waren die Reformbemühungen in einem Hamburger Bezirksamt. Allerdings war dieses Praxisfeld durch zwei gegenläufige Bewegungen gekennzeichnet: der 1993 vom Bezirksamt ausdrücklich als Reform von unten begonnene Prozess wurde ab 1995 überlagert von der vereinheitlichten Modernisierung aller Bezirksämter, die der Hamburger Senat auf Grundlage des Neuen Steuerungsmodells betrieb. Trotz dieser einschränkenden Bedingungen bietet die Studie - und nicht nur für die einschlägige Forschung - viele Anregungen, um die Debatte über die Reformfähigkeit öffentlicher Verwaltung aus dem zu engen Blickwinkel des Public Management hinauszuführen.
Inhaltsübersicht: 1. Partizipation und Steuerung: Verbindung oder Trennung zweier Prinzipien; 2. Partizipation als lernendes Verfahren: Idee und Konstruktion des Kaskadeprinzips; 3. Kartierung des Bezirksamts: Die Resultate der schriftlichen Befragung; 4. Individuelle und kollektive Akteure: Die Probleme der Organisationsentwicklung und die Orientierungen der Subjekte; 5. Vom Sinn des öffentlichen Verwaltens; 6. Lieber erfolgreich oder einig? Struktur und Verlauf der Gruppendiskussion; 7. Zur Vereinbarkeit von Partizipation und Steuerung: Vergebene Liebesmüh?
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.325 | 2.331
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Heinrich Epskamp / Maike Buchholz / Jens Stappenbeck / Gotthard Scholz: Lernende Organisation. Opladen: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14944-lernende-organisation_16955, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 16955
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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