/ 19.06.2013
Torsten Lemmer
Rechts raus. Mein Ausstieg aus der Szene. Mit einem Vorwort von Gerhard Zwerenz und einem Gespräch mit Norbert Madloch
Berlin: Das Neue Berlin 2004; 190 S.; brosch., 12,90 €; ISBN 3-360-01242-9Lemmer war jahrelang eine Schlüsselfigur in der „New-Nazi-Economy". In den 90er-Jahren gründete er das Rechtsrock-Magazin „Rock Nord", managte die Skinhead-Band „Störkraft" und betrieb den größten rechtsradikalen Musikvertrieb in Deutschland. Außerdem war er in diversen Organisationen der radikalen Rechten in Düsseldorf tätig. Mit diesem Buch möchte der öffentlichkeitssuchende Selbstdarsteller nun seinen Ausstieg aus der rechten Szene angemessen inszenieren. Dazu schildert er selbstverliebt seine Biografie. Ob er bei seinen detaillierten Erzählungen stets bei der Wahrheit bleibt, muss man bezweifeln. Lemmer bleibt in inhaltlicher Hinsicht einiges schuldig. Man erfährt kaum etwas über die Hintergründe der rechten Szene und findet auch keine Reflexionen über seinen Einstieg beziehungsweise Ausstieg. Stattdessen gibt es hauptsächlich „Sex & Crime": „Überhaupt machte mir Claudia viel Freude, denn wir hatten ein wunderbares Verhältnis. Manchmal machte sie ihre Überstunden liegend auf dem Schreibtisch." (46) Allerdings verdeutlicht Lemmer, dass - bei aller politischen Gesinnung und Umtriebigkeit - der kommerzielle Erfolg für ihn stets eine zentrale Rolle spielte. Diesem Zweck dürfte auch dieses Ausstiegsbuch dienen.
Christoph Busch (CHB)
Dr., Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen.
Rubrizierung: 2.37 | 2.35
Empfohlene Zitierweise: Christoph Busch, Rezension zu: Torsten Lemmer: Rechts raus. Berlin: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20743-rechts-raus_24191, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24191
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Dr., Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen.
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