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/ 18.06.2013
Otto Köhler

Rudolf Augstein. Ein Leben für Deutschland. Redaktionelle Mitarbeit: Monika Köhler

München: Droemer 2002; 416 S.; 24,90 €; ISBN 3-426-27253-9
Das Buch beginnt als Biografie Augsteins. Der Schwerpunkt liegt allerdings auf der Frage, wie tief Augstein und der "Spiegel" in den Anfangsjahren des Nachrichtenmagazins in Kontakte mit ehemals hochrangigen Nazis verstrickt waren. Als Belege für diese Kontakte nennt der Autor unter anderem eine "Spiegel"-Serie von 1949, geschrieben vom ehemaligen Chef der Gestapo, Rudolf Diels. Aus dessen biografischem Hintergrund machte der "Spiegel" allerdings schon damals kein Geheimnis. Außerdem arbeitete der ehemalige Adjutant Goebbels, Wilfred von Oven, eine Zeitlang als Südamerika-Korrespondent für das Blatt. Köhler, der seit 1966 Medienkolumnist beim "Spiegel" war und 1972 von Augstein entlassen wurde und dessen ersten Bericht über die Nazi-Kontakte des "Spiegels" die Wochenzeitung "Die Zeit" nicht drucken wollte, zeigt sich enttäuscht über die ausbleibende Resonanz nach einer Veröffentlichung in der Zeitschrift "Konkret". Das mag an einer Tendenz liegen, die auch dieses Buch auszeichnet: Köhler neigt dazu, die gesamte Leistung Augsteins und des "Spiegels" aus dem Blickwinkel der - von ihm unterstellten - Nähe zu Alt-Nazis zu beurteilen, was sicher nicht gerechtfertigt ist.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.32.333 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Otto Köhler: Rudolf Augstein. München: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17171-rudolf-augstein_19756, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 19756 Rezension drucken
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