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/ 17.06.2013
Hans-Joachim Selenz

Schwarzbuch VW. Wie Manager, Politiker und Gewerkschafter den Konzern ausplündern

Frankfurt a. M.: Eichborn 2005; 224 S.; brosch., 14,90 €; ISBN 978-3-8218-5612-4
„In den Topetagen bei VW bestach und erpresste fast jeder jeden, und alle zusammen plünderten sie das Unternehmen aus, das sie ohnehin fürstlich bezahlte“ (11) schreibt Selenz. Er selbst war unter anderem von 1992 bis 1998 Vorstandsmitglied der Preussag Stahl AG und wurde entlassen, weil er einen seiner Ansicht nach gefälschten Jahresabschluss des Unternehmens nicht unterschreiben wollte. Seit 2001 publiziert er hauptsächlich zu Korruptions/index.php?option=com_content&view=article&id=41317. Auf der Grundlage der Akten der Staatsanwaltschaft Braunschweig schildert Selenz den VW-Skandal. Die Mentalität in der Vorstandsetage, die nach Ansicht des Autors dort herrscht, illustriert er eingangs mit einer kleinen Hotelrechnung über Pay-TV und Minibar, die der Vorstandsvorsitzende Pischetsrieder seinem Konzern überließ, obwohl er sie eigentlich hätte selbst bezahlen müssen – Symbol einer bedenklosen Selbstbedienungsmentalität. Auslöser des gesamten Skandals ist ein Betrugsfall in Indien, alle weiteren Enthüllungen sind seitdem aus den Medien bekannt. Selenz sieht vor allem die Gewerkschafter und die niedersächsische SPD korrumpiert. Die vorliegenden Fakten interpretiert er eher polemisch, leider angereichert durch teilweise nicht belegbare Vermutungen, die augenscheinlich der Stimmungsmache dienen sollen. Die Korruptionsaffäre ist an sich schon skandalös genug, eine nüchterne Beschreibung hätte gereicht.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.35 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Hans-Joachim Selenz: Schwarzbuch VW. Frankfurt a. M.: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14731-schwarzbuch-vw_29620, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 29620 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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