/ 20.06.2013
Boris Michel
Stadt und Gouvernementalität
Münster: Westfälisches Dampfboot 2005 (Einstiege 15); 154 S.; 15,30 €; ISBN 3-89691-686-6In den städtischen Lebensräumen lassen sich seit einigen Jahren die Folgen einer Umstellung zweier für die bisherige Form der sozialen Integration wesentlichen Politikfelder beobachten. Auf der einen Seite betrifft das den mit „Welfare to Workfare“ beschriebenen Wechsel zu einer restriktiveren, auf Aktivierung der Betroffenen ausgerichteten Sozialpolitik. Auf der anderen Seite ist es die zunehmende Praktizierung einer im Namen der Broken-Windows-Theorie operierenden repressiven Sicherheitspolitik. Beide Tendenzen führen – so scheint es – in den gegenwärtigen postfordistischen Städten zu Phänomenen wie Gated Communities und Shopping Malls, aber auch quartiersbezogener Armutsbekämpfung, die auf eine Fragmentierung und Reorganisation des öffentlichen Raums hinweisen. Der Autor diskutiert diese Veränderungen im modernen europäischen Stadtbild vor dem Hintergrund der an Foucault anschließenden „governmentality studies“. Er will zeigen, dass sich hier „ein Bündel von Regierungsrationalitäten entwickelt, die sich in bestimmten Punkten von denen, die funktional im modernen Wohlfahrtsstaat waren, unterscheiden“ (20).
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.21 | 2.2
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Boris Michel: Stadt und Gouvernementalität Münster: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23703-stadt-und-gouvernementalitaet_27239, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 27239
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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