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/ 20.06.2013
Horst F. Rupp

Streit um das Jüdische Museum

Würzburg: Königshausen & Neumann 2004; 193 S.; brosch., 19,80 €; ISBN 3-8260-2966-6
In Creglingen, ein kleiner Ort im Taubertal, kam es am 25. März 1933 – zwei Monate nach der Machtergreifung der Nazis – zu einem der ersten Pogrome gegen jüdische Mitbürger in Deutschland. Die Synagoge wurde gestürmt, jüdische Mitbürger wurden verprügelt, zwei von ihnen starben an Misshandlungen. Und wie in vielen anderen Fällen auch sind die Vorfälle nach 1945 lange verschwiegen worden. Erst Ende der 90er-Jahre kam es auf Initiative Creglinger Bürger – zu denen der Herausgeber zählt – zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit der jüngsten Geschichte, in deren Folge ein Jüdisches Museum Creglingen konzipiert und schließlich eröffnet worden ist. Indes waren die Vorbereitungen von einer Kontroverse gekennzeichnet, die ein durchaus typisches Muster der politischen Aufarbeitung der Geschichte des Dritten Reiches aufweist und die sich nicht zufällig an der strittigen Funktionsbestimmung des Museums ablesen lässt. In der Wahrnehmung des Herausgebers betrifft der gemeinsame Kern der Auseinandersetzungen die Frage, ob mit dem Museum der Zeitabschnitt zwischen 1933 und 1945 in seiner Bedeutung und Wertigkeit relativiert werden oder nicht vielmehr die Einzigartigkeit dieser zwölf Jahre betont werden solle. Der Band dokumentiert diese Kontroverse in der Hauptsache durch einschlägige – regionale und überregionale – Presseartikel.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.35 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Horst F. Rupp: Streit um das Jüdische Museum Würzburg: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23735-streit-um-das-juedische-museum_27280, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 27280 Rezension drucken
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