/ 20.06.2013
Wolfgang Reinhard
Unsere Lügen-Gesellschaft. Warum wir nicht bei der Wahrheit bleiben
Hamburg: Murmann 2006; 142 S.; brosch., 14,90 €; ISBN 978-3-938017-47-0„Werden wir von einer Bundeskanzlerin weniger belogen als von einem Bundeskanzler?“ Wahrscheinlich nicht, schreibt der Historiker Reinhard, weil auch eine Kanzlerin keine andere Wahl habe. Denn keine plumpen Lügen, sondern Techniken eines „kreativen Umgangs mit der Wahrheit“ (8) seien heute unvermeidliche Bestandteile des Politikgeschäfts. In seinem Essay setzt er sich sowohl mit der Lüge in der Politik als auch in der Wirtschaft und in anderen gesellschaftlichen Bereichen auseinander. Er verknüpft geschichtliche Fallbeispiele mit aktuellen Analysen und gelangt zu einer überraschenden These: Obgleich die Lüge an sich als verwerflich gilt, haben Techniken der Täuschung doch einen festen Platz in unserer demokratischen Gesellschaft. Reinhard bezieht sich auf Jack Welsh wie auf Rousseaus Gesellschaftsvertrag, auf den Lügenausschuss des Deutschen Bundestages wie auf das Papsttum.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.2
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Wolfgang Reinhard: Unsere Lügen-Gesellschaft. Hamburg: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25717-unsere-luegen-gesellschaft_29846, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 29846
Inhaltsverzeichnis
Rezension drucken
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
CC-BY-NC-SA