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/ 17.06.2013
Peter Reichel

Vergangenheitsbewältigung in Deutschland. Die Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur von 1945 bis heute

München: C. H. Beck 2001 (Beck'sche Reihe 1416); 253 S.; 13,90 €; ISBN 3-406-45956-0
Die "Vergangenheitsbewältigung" in Deutschland, also die politische Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Diktatur und ihren Folgen, ist längst selbst zu einem Thema historischer Untersuchung geworden. Der Autor beschreibt (sowohl für die Bundesrepublik wie auch für die DDR), wie die Deutschen politisch, juristisch und letztlich auch moralisch mit der NS-Vergangenheit umgegangen sind. Einzelne Kapitel behandeln die Entnazifizierung, die Nürnberger Prozesse, den Frankfurter Auschwitz-Prozess und die öffentlichen Kontroversen um die Entschädigungs- und Wiedergutmachungsleistungen sowie die Verjährungsdebatte im Bundestag. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf den politischen und juristischen Aspekten der Aufarbeitungsproblematik sowie auf Erscheinungsformen des Antisemitismus, die mit der Darstellung der NS-Geschichte in Zusammenhang stehen ("Auschwitz-Lüge"). Im Zentrum stehen dabei die Entwicklungen und Auseinandersetzungen in den 50er- und 60er-Jahren. Fragen der Erinnerungskultur, die ebenso zur Vergangenheitsbewältigung gehören, werden dagegen nur am Rande behandelt; der Autor verweist hier auf seine Veröffentlichung "Politik mit der Erinnerung" (siehe ZPol 1/96: 206 sowie 4/99: 1575).
Michael Hein (HN)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
Rubrizierung: 2.35 Empfohlene Zitierweise: Michael Hein, Rezension zu: Peter Reichel: Vergangenheitsbewältigung in Deutschland. München: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15048-vergangenheitsbewaeltigung-in-deutschland_17087, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 17087 Rezension drucken
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