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/ 18.06.2013
Hannu Nurmi

Voting Procedures under Uncertainty

Berlin u. a.: Springer 2002; X, 155 S.; hardc., 54,95 €; ISBN 3-540-43352-X
Man kennt das Szenario von einem Abstimmungsprozess über Alternativen, an dessen Ende ein Ergebnis steht, das mit der tatsächlichen allgemeinen Präferenz der Abstimmenden nicht übereinstimmt. Hätten die Abstimmenden mehr Informationen über den Ablauf und über das Abstimmungsverhalten anderer gehabt, so hätten sie eben nicht gemäß ihrer strikten Präferenz votiert. Die Frage, die sich der Autor im Anschluss daran stellt, lautet: Kann man mit existierenden Abstimmungsverfahren trotz bestehender Informationsdefizite bei den Abstimmmenden zu einem "vernünftigen" Ergebnis kommen? So überprüft er mehrere Wahlsysteme auf acht Kriterien hin und untersucht nach dieser Selektion eingehend Condorcets bzw. Kemenys Verfahren als besten Vertreter eines binären Systems und Bordas Verfahren entsprechend für ein positionales Verfahren. Einen eindeutigen Vorteil eines dieser Verrechnungsverfahren im Ganzen kann der Autor nicht feststellen. Die Untersuchung ist technisch angelegt und als solche interessant. Für die Beurteilung wirklicher Wahlsysteme reicht diese Ebene allein allerdings nicht aus (wie es der Autor indes z. B. mit dem Wahlsystem zum amerikanischen Präsidenten zu tun scheint), da dabei noch andere Ziele als nur eine logische Transformation von Voten berücksichtigt werden müssten.
Guido Koch (GK)
Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
Rubrizierung: 2.22 Empfohlene Zitierweise: Guido Koch, Rezension zu: Hannu Nurmi: Voting Procedures under Uncertainty Berlin u. a.: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17741-voting-procedures-under-uncertainty_20446, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20446 Rezension drucken
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