/ 19.06.2013
Uwe Pörksen
Was ist eine gute Regierungserklärung? Grundriß einer politischen Poetik
Göttingen: Wallstein Verlag 2004 (Politik - Sprache - Poesie: Bonner Poetik-Vorlesung IV); 78 S.; brosch., 10,- €; ISBN 3-89244-766-7Ähnlich wie in der vor kurzem erschienenen Schrift („Die politische Zunge. Eine kurze Kritik der öffentlichen Rede" [siehe ZPol 2/03: 948 f.]) setzt sich der Literaturwissenschaftler Pörksen auch in seinem neuen Buch mit Defiziten der politischen Rede auseinander. Beiden Arbeiten liegt die These zugrunde, „daß der Eigensinn der Politik kaum noch sichtbar sei und die freie politische Rede das geeignete Instrument, das Politische wieder sichtbar zu machen" (8). Der Autor diskutiert an dem - freilich austauschbaren - Beispiel der Schröder'schen Rede zur „Agenda 2010" (vom 14. März 2003) die Kriterien einer „guten Regierungserklärung" (27 ff.). Dieser „fachfremde" Blick auf eine substanziell politikwissenschaftliche Frage ist reizvoll. Allerdings weniger in den Abschnitten, die sich mit möglichen Ursachen des Verfalls der öffentlichen Rede befassen als vielmehr dort, wo der Autor - nicht zuletzt unter Berufung auf Hennis - an die klassischen Disziplinen der Rhetorik und Topik erinnert. Vor diesem Hintergrund erscheint nämlich die („gute") politische Rede als Handlung, die gleichermaßen der Überredung wie der gemeinschaftlichen Klärung dient.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.35 | 2.24
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Uwe Pörksen: Was ist eine gute Regierungserklärung? Göttingen: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20707-was-ist-eine-gute-regierungserklaerung_24151, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24151
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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