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/ 21.06.2013
Deutsches Institut für Urbanistik (Hrsg.)

Zukunft von Stadt und Region. Band IV: Chancen lokaler Demokratie. Beiträge zum Forschungsverbund "Stadt 2030"

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2006; 261 S.; brosch., 39,90 €; ISBN 978-3-531-15147-2
Der vierte Sammelband der Reihe „Zukunft von Stadt und Region“ des Forschungsverbundes „Stadt 2030“ ist den Möglichkeiten und Beschränkungen lokaler Demokratie verschrieben. Ausgehend von einer Initiative des BMBF und unter wissenschaftlicher Begleitung des Deutschen Instituts für Urbanistik bemühen sich die Projekte des Verbundes, den Widerspruch zwischen Notwendigkeit und Uneinlösbarkeit langfristiger Stadtplanung durch visionäre Zukunftsperspektiven, also unabhängig von harten Realisierungsbedingungen, aufzulösen. Tenor vieler Beiträge des Bandes ist dabei die Aktivierung und Partizipation bisher beteiligungsferner Bevölkerungsgruppen zur Verwirklichung von Bürgernähe und zur Stärkung der lokalen Demokratie. Möglichkeiten ergeben sich aus weniger formalisierten Ergänzungen zu den bisherigen Verfahren der Willensbildung, durch Integration benachteiligter Bevölkerungsgruppen in die Entscheidungsprozesse und durch die engere Einbindung zentraler Akteure in Akteursnetzwerke. Neben dem einführenden Essay zur aktuellen Lage der lokalen Demokratie behandeln die Beiträge das Esslinger Projekt, das auf die politische Aktivierung von Zuwanderern und ökonomisch benachteiligten Bevölkerungsgruppen zielt; das Dietzenbacher Projekt, ebenfalls mit der Zielsetzung einer verstärkten Aktivierung und das Stuttgarter Projekt, welches darauf abzielt, mittels der Neuen Medien partizipative Prozesse auszulösen. Im Beitrag über das Erlanger Projekt wird kritisch vermerkt, dass oftmals die notwendige politische Rahmung für stärkere Bürgerbeteiligung fehlt. Am Beispiel des Görlitzer Projekts wird die interkommunale und grenzüberschreitende Kooperation mit einer polnischen Kommune demonstriert. Der Bremer Beitrag verdeutlicht die Prämissen des zeitpolitischen Projekts „Zeitbewusste Stadt“, das allen Bürgern ein Selbstbestimmungsrecht über ihre Zeit zugesteht. Im abschließenden Aufsatz werden die unterschiedlichen Zugänge und Zielsetzungen der Projekte vergleichend diskutiert.
Stefan Göhlert (SG)
M. A., Politikwissenschaftler, Protokollchef und Bürgerbeauftragter in der Verwaltung der Stadt Jena.
Rubrizierung: 2.325 Empfohlene Zitierweise: Stefan Göhlert, Rezension zu: Deutsches Institut für Urbanistik (Hrsg.): Zukunft von Stadt und Region. Wiesbaden: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26574-zukunft-von-stadt-und-region_30975, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 30975 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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