/ 17.06.2013
Larry Kahaner
Alan Greenspan. Richtungsweisende Aussagen des US-Notenbank-Chefs zur weltwirtschaftlichen Entwicklung. Aus dem Amerikanischen von Ute Mareik
München: Wilhelm Heyne Verlag 2002 (Heyne Sachbuch 19/802); 315 S.; 7,95 €; ISBN 3-453-19722-4Unbefangenen Zeitungslesern, die die Reste ihrer sauer verdienten Groschen ab und zu aufs Sparbuch überweisen, mag es mitunter reichlich merkwürdig vorkommen, wie die gesamte Börsenwelt an den Lippen eines weit über siebzigjährigen Amerikaners hängt und seine oftmals kryptischen Botschaften die Börsen rings um den Globus wechselweise in jauchzende Verzückung oder tiefste Verzweiflung stürzen. Das Orakel von der Federal Reserve Bank muss seine Worte sehr sorgfältig wägen, wenn es in der Öffentlichkeit auftritt. Es war deshalb wohl nur eine Frage der Zeit, bis irgendein kreativer Kopf auf die Idee kommen würde, die Zitate Greenspans gekonnt aus dem Zusammenhang zu reißen und weitgehend kommentarlos als Quintessenz der Weisheit des Meisters zwischen zwei Buchdeckel zu drucken. Wer von der Börse fasziniert ist, mag sich das Resultat dieser Fleißarbeit ins Regal stellen, alle anderen verpassen nichts, wenn sie sich stattdessen an ihr Sparbuch halten.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.43 | 2.64
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Larry Kahaner: Alan Greenspan. München: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16421-alan-greenspan_18854, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 18854
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M. A., Politikwissenschaftler.
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