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/ 18.06.2013
Vandana Shiva

Biopiraterie. Kolonialismus des 21. Jahrhunderts. Eine Einführung. Übersetzt von Dana Aldea und Klaus Pedersen

Münster: Unrast 2002; 156 S.; brosch., 14,- €; ISBN 3-89771-416-7
Das Buch der Trägerin des alternativen Nobelpreises von 1993 erschien in seiner englischen Originalfassung bereits 1997. Es hat jedoch nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Shiva kritisiert die Patentierung von Saatgut und ganzen menschlichen Zelllinien durch transnationale Handelskonzerne und deren Sanktionierung vornehmlich durch amerikanisches Patentrecht als Biokolonialismus, der in der 500‑jährigen Tradition des europäisch‑amerikanischen Kolonialismus stehe. Mit vielen Beispielen und sehr zielgerichteter Argumentation greift sie das geltende Patentrecht als ethisch fragwürdig an und fordert die Anerkennung der Biodiversität als Allgemeingut. Die Kritik zielt jedoch nicht nur auf das Patentrecht, sondern umfasst den gesamten Globalisierungsprozess, dem die Autorin bescheinigt, den meisten Völkern keineswegs mehr Freiheit beschert zu haben.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.434.444.454.3 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Vandana Shiva: Biopiraterie. Münster: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17819-biopiraterie_20553, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20553 Rezension drucken
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