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/ 19.06.2013
Roman Sandgruber

Das 20. Jahrhundert

Wien: Pichler Verlag 2003 (Geschichte Österreichs VI); 192 S.; 30,- €; ISBN 3-85431-315-2
Zur Darstellung der Geschichte Österreichs im 20. Jahrhundert wählt Sandgruber aus didaktischen Gründen eine plakativ betitelte Dekadeneinteilung, die er nur zweimal anlässlich der Strukturbrüche 1938 und 1945 verlässt. Nicht nur die politischen Ereignisse finden ihren Niederschlag, auch die jeweiligen Zeitstimmungen und ihre Spiegelung in Literatur, Theater und Oper werden berücksichtigt. In kurzen Unterkapiteln werden die großen Jahrhunderttrends wie z. B. Massensport, -konsum und -medien beleuchtet. Karten, Gemälde, Wahl- und Propagandaplakate sowie Fotos, die zeittypische Situationen wiedergeben oder wichtige österreichische Persönlichkeiten abbilden, illustrieren den Text. Die erste Hälfte des Jahrhunderts ist geprägt durch zahlreiche Änderungen der Regierungsform, mehrfache Zusammenbrüche der staatlichen Ordnung, innere Zerrissenheit und Zerstörung. Die zweite Hälfte zeichnet sich hingegen durch Friedfertigkeit, Sozialpartnerschaft und Konsensorientierung aus. Sandgruber, Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Linz, gelingt ein überschaubarer und für ein breites Publikum gut zugänglicher Überblick über die Geschichte und Politik Österreichs im letzten Jahrhundert.
Julia von Blumenthal (JB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin.
Rubrizierung: 2.4 Empfohlene Zitierweise: Julia von Blumenthal, Rezension zu: Roman Sandgruber: Das 20. Jahrhundert Wien: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20722-das-20-jahrhundert_24170, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24170 Rezension drucken
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