/ 05.06.2013
Mohssen Massarrat
Das Dilemma der ökologischen Steuerreform. Plädoyer für eine nachhaltige Klimaschutzpolitik durch Mengenregulierung
Marburg: Metropolis-Verlag 1998 (Ökologie und Wirtschaftsforschung 30); 223 S.; 29,80 DM; ISBN 3-89518-208-7Die Arbeit möchte den Nachweis führen, daß Ökosteuern – entgegen einer verbreiteten Annahme – ein untaugliches Instrument sind, um die Ziele der internationalen Klimaschutzpolitik zu erreichen. Akzeptanzprobleme ergeben sich sowohl auf der nationalen als auch auf der internationalen Ebene. Im nationalen Rahmen würde die Verfolgung der Klimaschutzziele hohe jährliche Preisaufschläge auf den Energieverbrauch erforderlich machen, die politisch kaum durchsetzbar wären. Im internationalen Rahmen würde die Ökosteuer den weltweiten Anbietern fossiler Energieträger Einnahmeverluste bescheren, während das Aufkommen den Finanzkassen der (reicheren) Verbraucherstaaten zugute käme. Um das Akzeptanzproblem zu umgehen, plädiert der Autor für ein mengenbezogenes Konzept des internationalen Klimaschutzes, das über Zertifikatslösungen realisiert werden soll. Dazu müßte zum einen – auf der internationalen Ebene – eine Klimarahmenkonvention vereinbart werden, die das Gesamtreduktionsziel und die darauf abzuleitenden Reduktionsverpflichtungen der einzelnen Teilnehmerländer fixiert; zum anderen müßten – auf der nationalen Ebene – spezielle "Energie-Marketing-Agenturen" dafür sorgen, daß die Verpflichtungen vor Ort durchgesetzt werden können.
Frank Decker (FD)
Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Universität Bonn.
Rubrizierung: 4.45 | 2.261
Empfohlene Zitierweise: Frank Decker, Rezension zu: Mohssen Massarrat: Das Dilemma der ökologischen Steuerreform. Marburg: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6891-das-dilemma-der-oekologischen-steuerreform_9238, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 9238
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Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Universität Bonn.
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