/ 18.06.2013
Jörg Baberowski
Der rote Terror. Die Geschichte des Stalinismus
Stuttgart/München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003; 288 S.; geb., 24,90 €; ISBN 3-421-05486-XSeit dem Zusammenbruch der Sowjetunion dringen Einzelheiten über das Ausmaß der Gewalt und des Schreckens während Stalins dreißigjähriger Herrschaft an die Öffentlichkeit. Neben dem Holocaust zählt der stalinistische Terror mit seinen 20 Millionen Opfern zu den größten Grausamkeiten des letzten Jahrhunderts. Anders als die NS-Verbrechen ist der Stalinismus bis heute wenig aufgeklärt, denn erst seit Öffnung der russischen Archive dringt mehr Licht ins Dunkel seiner Geschichte. Der Autor versucht einen Ausgleich zu finden zwischen einer intentionalistischen und einer strukturalistischen (er nennt sie „revisionistischen") Erklärung der stalinistischen Verbrechen. Er ergänzt diese beiden Erklärungsansätze mit einer sozialpsychologischen Analyse der Person Stalins, seines engeren Machtapparats und seiner Schergen. Die Vermittlung zwischen diesen drei Theoriepolen gelingt gut. Das Buch ist jedoch nicht als akademische Abhandlung gedacht, sondern als - gut lesbare - Einführung in den Stalinismus. Weder der theoretische Überbau noch die chronologische Ordnung ist überall transparent. Man findet auch keine eingehende Diskussion der (zum Teil konkurrierenden) Forschungsliteratur.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.62
Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Jörg Baberowski: Der rote Terror. Stuttgart/München: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19859-der-rote-terror_23117, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 23117
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M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
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