/ 20.06.2013
Gerhard Konzelmann
Der schwarze Turban. Glaube und Macht der Schiiten
München: Herbig 2004; 298 S.; 24,90 €; ISBN 3-7766-2391-8Der Großayatollah Ali as-Sistani ist der Nachfolger des 2003 bei einem Sprengstoffanschlag ums Leben gekommenen Mohammed Baqr al-Hakim. As-Sistani ist ein einflussreicher religiöser Führer im Irak und spielt eine zentrale politische Rolle in den derzeitigen Konflikten zwischen den verschiedenen Gruppierungen des Landes. Sein schwarzer Turban weist ihn als Nachkomme des Propheten Mohammed aus. Nur diese sind nach Auffassung der Schiiten berechtigt, im Irak zu regieren. Der bekannte Journalist Konzelmann zeichnet zunächst, ausgehend von dem Attentat an as-Sistani, die wesentlichen Momente der Geschichte des Iraks und des Islams aus historischer Perspektive nach. Er arbeitet heraus, mit welchen Argumentationsfiguren die Schiiten ihren Machtanspruch untermauern und erläutert für das Verständnis der aktuellen Situation wichtige politische und religiöse Ereignisse, die bis in das Jahr 622 zurückgehen. Anschließend analysiert er die neueren Verschiebungen in der politischen und religiösen Landschaft und die politischen Ereignisse der letzten Jahrzehnte, insbesondere von der Herrschaft Saddam Husseins bis zum Irak-Krieg und seinen Folgen.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.63 | 2.23 | 4.22 | 4.41 | 2.25
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Gerhard Konzelmann: Der schwarze Turban. München: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22500-der-schwarze-turban_25673, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25673
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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