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/ 20.06.2013
Patric Cremer

Der Stellvertreterkrieg. Der äthiopisch-eritreische Grenzkrieg

Frankfurt a. M.: Haag + Herchen Verlag 2004; 69 S.; pb., 9,- €; ISBN 3-89846-270-6
Auf gerade einmal 31 Textseiten gibt der Autor einen kursorischen Überblick über die Genese und den Verlauf des eritreischen Unabhängigkeitskrieges. Die Darstellung ist nicht nur äußerst knapp gehalten, sondern frei von jeglicher Kenntnisnahme der einschlägigen Literatur. Cremer will keine wissenschaftliche Analyse geben, sondern „einen Einblick in diesen erneuten Kampf des eritreischen Volkes um Frieden und Freiheit“ (13). Es verwundert deshalb nicht, dass die Argumentation durchweg tendenziös verläuft: Die USA erscheinen letztlich als Quell allen Übels. Die Bundesrepublik Deutschland wird gleich mit auf die Anklagebank gesetzt, weil die Bundeswehr am Horn von Afrika operiere und so den US-Interessen diene. Diese Meinungsäußerungen stehen jedoch durchweg allein im Raum. Eine Einordnung der geschilderten Ereignisse in einen größeren politischen Kontext erfolgt nicht. Cremer verliert sich in einer Aneinanderreihung von Kriegsdetails und Faktenwissen. Aus politikwissenschaftlicher Sicht ist sein Buch ohne Wert.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.412.67 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Patric Cremer: Der Stellvertreterkrieg. Frankfurt a. M.: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23720-der-stellvertreterkrieg_27257, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 27257 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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