/ 05.06.2013
Tim Trevan
Der unsichtbare Tod. Im Einsatz gegen Saddams Geheimwaffen. Aus dem Englischen von Hermann Kusterer und Michael Schmidt
München/Düsseldorf: Econ 1999; 464 S.; geb., 39,90 DM; ISBN 3-430-19140-8Der Autor war oberster Berater und Sprecher der UN–Sonderkommission zur Zerstörung von Massenvernichtungswaffen im Irak. Sein hier veröffentlichter, persönlich gefärbter und kurzweilig geschriebener Erfahrungsbericht handelt weniger von den ABC–Waffen als vielmehr von dem beständigen Wettlauf zwischen dem Irak und der Kommission um die besten Ausgangspositionen, um den jeweils anderen zu behindern: Die Iraker versuchen, die Arbeit der Kommission zu hintertreiben oder zumindest zu verzögern; die Kommission versucht wiederum die Iraker auszumanövrieren. Trevan bescheinigt mit seiner Darstellung den USA bzw. der UNO das Scheitern ihrer Irak–Politik. Die Ursache dieses Scheiterns ist seiner Ansicht nach die Fehleinschätzung Saddam Husseins. Glaubte man, der irakische Diktator könne durch positive Anreize (Entfall des Ölembargos) zur Vernichtung der ABC–Waffen motiviert werden, sieht man sich jetzt getäuscht. Trevan stellt abschließend fest: "Die einzige echte Lösung liegt auf der Hand: Die Völkergemeinschaft muß zu einer konzertierten Aktion bereit sein, um das Regime von Saddam Hussein zu beseitigen." (411) Da Saddam Hussein die internationale Sicherheit bedrohe, könne er sich auch nicht auf die UN–Charta beziehen.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 4.41 | 4.3 | 2.63
Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Tim Trevan: Der unsichtbare Tod. München/Düsseldorf: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8030-der-unsichtbare-tod_10625, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10625
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Dr., Historiker.
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