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/ 18.06.2013
Thomas Huonker

Diagnose: "moralisch defekt" Kastration, Sterilisation und Rassenhygiene im Dienst der Schweizer Sozialpolitik und Psychiatrie 1890-1970

Zürich: Orell Füssli 2003; 286 S.; geb., 29,50 €; ISBN 3-280-06003-6
Berühmte Schweizer Psychiater und Anstaltsdirektoren wie August Forel und Eugen Bleuler haben den Weg für medizinische und psychiatrische Zwangsmaßnahmen im Rahmen der Rassenhygiene und Eugenik bekanntlich wesentlich mitgeprägt. So kann es nicht überraschen, wenn Zwangskastrationen und Eheverbote „erblich minderwertiger" Menschen eine Facette des eidgenössischen Fürsorgewesens bildeten. Allein im Burghölzli in Zürich sind seit 1892 Tausende von Zwangssterilisationen belegt. Aber auch in Bern und Basel sind zahlreiche Fälle aktenkundig. Diese ärztliche und behördliche Praxis fand in der Schweiz außer im Kanton Waadt in einer Grauzone ohne gesetzliche Grundlage statt.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.52.262 Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Thomas Huonker: Diagnose: "moralisch defekt" Zürich: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18917-diagnose-moralisch-defekt_21948, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21948 Rezension drucken
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