/ 21.06.2013
Egmont R. Koch
Die CIA-Lüge. Folter im Namen der Demokratie
Berlin: Aufbau-Verlag 2008; 224 S.; geb., 19,95 €; ISBN 978-3-351-02658-5Die Folterskandale in der US-Basis Guantanamo Bay und im irakischen Gefängnis Abu Ghraib lösten seinerzeit einen Sturm der Entrüstung aus. Wenngleich nicht immer ausgesprochen, so schien doch in dem Entsetzen über die Taten amerikanischer Soldaten implizit auch immer eine Art von Enttäuschung mitzuschwingen – Enttäuschung gerade über Amerikaner, die doch eigentlich unter der Überschrift von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten in den sogenannten Krieg gegen den Terrorismus gezogen waren. Das Buch des investigativen Journalisten Koch könnte dazu beitragen, diese negative Form der Überraschung zu lindern. Detailliert legt er dar, wie eng Foltermethoden seit jeher mit der Geschichte des US-Geheimdienstes CIA verbunden sind. Besonders aufrüttelnd erscheint die Tatsache, dass Methoden aus den Konzentrationslagern der Nationalsozialsten bereits in den 50er-Jahren in Deutschland an sowjetischen Agenten getestet wurden. Über die folgenden Jahre wurden diese menschenverachtenden Praktiken dann etwa durch Methoden faschistischer Herrscher in Südamerika ergänzt. Wer die von amerikanischer Seite immer wieder vorgetragene Wertorientierung der eigenen Außenpolitik ernst nimmt und eine Erklärung für ihren vermeintlichen „hegemonic decline“ sucht, könnte in der aufwühlenden Dokumentation Kochs fündig werden.
Carsten Michael Nickel (CMN)
B. A., Politikwissenschaftler, wiss. Hilfskraft, Lehrstuhl für Internationale Politik, Ruhr-Universität Bochum.
Rubrizierung: 2.64 | 4.22
Empfohlene Zitierweise: Carsten Michael Nickel, Rezension zu: Egmont R. Koch: Die CIA-Lüge. Berlin: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29001-die-cia-luege_34243, veröffentlicht am 04.06.2008.
Buch-Nr.: 34243
Inhaltsverzeichnis
Rezension drucken
B. A., Politikwissenschaftler, wiss. Hilfskraft, Lehrstuhl für Internationale Politik, Ruhr-Universität Bochum.
CC-BY-NC-SA