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/ 17.06.2013
Salvatore Lupo

Die Geschichte der Mafia. Aus dem Italienischen von Anja Rigi Luperti und Brigitte Lindecke

Düsseldorf: Patmos Verlag 2002; 359 S.; geb., 28,- €; ISBN 3-491-72459-7
Diese Geschichte der Mafia, also der in Sizilien angestammten kriminellen Verflechtung, ist chronologisch aufgebaut. Sie orientiert die Darstellung an den folgenden vier Leitfragen: 1. Ist die Mafia schlicht Bestandteil der traditionellen Gesellschaftsordnung Siziliens? (So wird z. B. behauptet, heute sei die Mafia verkommen, aber früher ...); 2. Ist die Mafia ein gewinnorientiertes Unternehmen, das ursprünglich Schutz anbot und die Nachfrage gleich miterzeugte?; 3. Ist die Mafia eine Organisation, also mehr als eine Familienbande?; 4. Ist die Mafia gar ein staatsähnliches Gebilde, ein "Volk von Teufeln"? Da die Fragen nicht systematisch beantwortet werden, lässt sich die vierte Frage für den Politikwissenschaftler auch nicht gezielt beantworten. Die Darstellungsweise ist populärwissenschaftlich gehalten: Belege werden spärlich gegeben und sind aufgrund der "Quellenlage" bisweilen wohl auch nicht lieferbar, doch auch Vermutungen können freilich kompetent ausfallen. Vorsicht ist indes angebracht: das Wort "maffia" z. B. lässt sich bereits 1658 nachweisen und nicht erst 1865 (9).
Guido Koch (GK)
Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
Rubrizierung: 2.612.642.23 Empfohlene Zitierweise: Guido Koch, Rezension zu: Salvatore Lupo: Die Geschichte der Mafia. Düsseldorf: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16530-die-geschichte-der-mafia_18987, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 18987 Rezension drucken
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