/ 04.06.2013
Erol Yildiz
Die halbierte Gesellschaft der Postmoderne. Probleme des Minderheitendiskurses unter Berücksichtigung alternativer Ansätze in den Niederlanden
Opladen: Leske + Budrich 1997; 323 S.; 442; kart., 48,- DM; ISBN 3-8100-1803-1Yildiz wendet sich gegen einen Trend, wonach "ethnische Minderheiten auf ihre, zum Teil konstruierten, ethnischen, kulturellen und religiösen Eigenschaften reduziert und fixiert werden, ja sogar Ethnizität erneut wieder zum Grundprinzip der Gesellschaft stilisiert wird" (11). Demgegenüber unternimmt er den Versuch, die Minderheitenproblematik vor dem Hintergrund der komplexen Bedingungen postmoderner Gesellschaften zu untersuchen. Entsprechend bilden Individualisierung und Globalisierung sowie die verschiedenen Formen der System- und Sozialintegration den Referenzrahmen der Arbeit. Ausgehend von derartigen Grundmerkmalen postmoderner Gesellschaften verfolgt der Autor die These, daß die Gesellschaft immer dann, wenn Minderheitenprobleme thematisiert werden, nur noch zur Hälfte wahrgenommen wird, d. h. komplexe Sozialstrukturen werden auf eindimensionale ethnische Kriterien reduziert. Ein Umstand, den der Autor nicht nur für die Bundesrepublik, sondern, wenn auch in abgeschwächter Form, für die Niederlande aufzeigen kann.
Inhaltsübersicht: 1. Die Postmoderne Gesellschaft; 2. Die Lage ethnischer Minderheiten in der Bundesrepublik Deutschland; 3. Probleme des Minderheitendiskurses in der Bundesrepublik Deutschland; 4. Alternative Ansätze in den Niederlanden.
Christoph Emminghaus (cem)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.42 | 2.61 | 2.35
Empfohlene Zitierweise: Christoph Emminghaus, Rezension zu: Erol Yildiz: Die halbierte Gesellschaft der Postmoderne. Opladen: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3757-die-halbierte-gesellschaft-der-postmoderne_5032, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 5032
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Dr., Politikwissenschaftler.
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