/ 18.06.2013
Oliver Wolleh
Die Teilung überwinden. Eine Fallstudie zur Friedensbildung in Zypern
Hamburg: Lit 2002 (Konflikttransformation 2); 422 S.; brosch., 20,90 €; ISBN 3-8258-5464-7Politikwiss. Diss. FU Berlin; Gutachter: U. Albrecht, W.-D. Eberwein. - Wolleh untersucht in seiner empirischen Studie, welche Rolle interne zivilgesellschaftliche Akteure in ethnopolitischen Konflikten spielen und wie ausländische Akteure in solchen Prozessen helfen können. Über einen Zeitraum von fünf Jahren beobachtete er die „Bicommunal Conflict Resolution Trainergruppe" in Zypern, die sich aus insgesamt 30 griechisch-zypriotischen und türkisch-zypriotischen Mitgliedern zusammensetzte. Über diverse Projekte band sie zeitweise bis zu 2000 Landsleute ein. Bei den untersuchten ausländischen Akteuren handelte es sich um eine Reihe amerikanischer Gruppen, die Vereinten Nationen in Zypern und die Europäische Union. Der Einfluss der „Bicommunal Conflict Resolution Trainergruppe" ist nach Wollehs Analyse jedoch eher informeller Natur. „Die Aktivitäten dienen der kollektiven Vorbereitung für eine Zeit nach einer Verhandlungslösung und nicht der Herbeiführung derselben." (374) Wolleh erkennt eine Reihe von strukturellen Grenzen für die Arbeit einer solchen informellen Gruppierung. Sie lägen vor allem in der „fehlenden Rechtsgleichheit der gesellschaftlichen Akteure" (388). Auch die Unterstützung durch ausländische Gruppen habe daran nichts ändern können, obwohl sie die bikommunalen Begegnungen durchaus befördert habe.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.41 | 2.61 | 2.62 | 2.22
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Oliver Wolleh: Die Teilung überwinden. Hamburg: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18257-die-teilung-ueberwinden_21118, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 21118
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M. A., Politikwissenschaftler.
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