/ 21.06.2013
Stephan Ortmann
Explaining Non-Transitions. The Strategic Behavior of Political Groups in Singapore and Hong Kong
Online-Publikation 2008 (http://www.opus.ub.uni-erlangen.de/opus/volltexte/2008/909/pdf/Explaining_Non_Transitions.pdf); 347 S.Phil. Diss. Erlangen-Nürnberg; Gutachter: M. Thomson, T. Fröhlich. – Die zwischen ökonomischer Entwicklung, Demokratisierung und ökonomischer Krise bestehenden Wechselwirkungen sind integraler Bestandteil der demokratietheoretischen Debatte. Der Autor vermisst allerdings eine kausale Verbindung zwischen diesen Themenkomplexen: „The major problem is to understand why the structural factors that improve the chances for democracy do not necessarily lead to political conflicts. As we all know, historical developments often occur due to the decisions of individual political actors” (9). Wirtschaftliche Modernisierung und Entwicklung werden nach Feststellung Ortmanns nicht immer automatisch von demokratischen Transformationsprozessen begleitet. Diese trotz Modernisierung nicht erfolgten demokratischen Transformationsprozesse stehen im Zentrum seines Interesses. Untersuchungsgegenstand sind dabei die konträren politischen Entwicklungen in Hongkong und Singapur – zwei sich schnell entwickelnde Staaten mit überwiegend chinesischer Bevölkerung und dadurch bedingt ähnlicher kultureller Identität. Allerdings konnte sich in Hongkong der politische Aktionismus als integraler Bestandteil des politischen Systems etablieren, während in Singapur politische Aktivität außerhalb der autoritären Herrschaftsstrukturen nach wie vor nur in sehr engen Grenzen möglich ist. Der Autor sondiert nun die sich aus dem Modernisierungsprozess ergebenden gesellschaftlichen Veränderungen. Seine besondere Aufmerksamkeit gilt Faktoren, die dazu führen, dass sich Demokratisierungsprozesse verlangsamen oder ganz zum Erliegen kommen. Im Zentrum seines Interesses steht dabei die Interaktion zwischen herrschenden Eliten und demokratischen Herausforderern. Die Menschen in Hongkong unterscheiden sich dabei vor allem durch ihre Erfahrung mit repräsentativer Regierung von denen in Singapur, die unter einem Regime leben, dass seine autoritäre Herrschaft bislang erfolgreich behaupten konnte.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.68 | 2.22
Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Stephan Ortmann: Explaining Non-Transitions. 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30384-explaining-non-transitions_36070, veröffentlicht am 03.03.2009.
Buch-Nr.: 36070
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Politikwissenschaftlerin.
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