/ 22.06.2013
Henri Pierre Gebauer
Externe Demokratieförderung. Die Demokratieförderung der EU am Beispiel Westafrika
Berlin: Logos Verlag 2011 (Berliner Arbeiten zur Erziehungs- und Kulturwissenschaft 54); 102 S.; 13,80 €; ISBN 978-3-8325-3063-1Die politischen Umbrüche in der arabischen Welt haben den Autor dazu veranlasst, seine bereits 2007 fertiggestellte Arbeit nun zu veröffentlichen. Im Rückblick können daraus, schreibt Gebauer im Vorwort, Erkenntnisse für eine strategisch angelegte Demokratieförderung der EU abgeleitet werden. Die EU betreibt seit den 1990er-Jahren – wie viele westliche Staaten und entwicklungspolitische Organisationen auch – die Förderung von Demokratie. Am Beispiel Westafrikas fragt Gebauer, welche Instrumente der EU zur Verfügung stehen, wie sie diese einsetzt, ob sie einem bestimmten Konzept von Demokratie folgt und inwieweit Trends erkennbar sind, „die auf ein strategisches Vorgehen schließen lassen“ (11). Dem Demokratieverständnis von Robert Dahl folgend, beschreibt der Autor eingangs die Grundmerkmale der Demokratie und skizziert die drei Phasen der Transition (Liberalisierung, Demokratisierung, Konsolidierung). Vor dem Hintergrund der generellen Frage nach den Möglichkeiten, Demokratisierungsprozesse von außen zu beeinflussen, stellt er – idealtypisch – die verschiedenen Instrumente (Positiv- wie Negativ-Maßnahmen) vor und strukturiert diese entlang der drei Transitionsphasen. Auf dieser konzeptionellen Grundlage unternimmt der Autor dann eine qualitative Dokumentenanalyse der EU-Demokratieförderung für den Zeitraum 2000 bis 2004. Im Ergebnis zeigt sich, dass die EU ein breit gefächertes Instrumentarium entwickelt hat, das vom Politikdialog über die Wahlhilfe bis zur technischen und finanziellen Unterstützung beim Aufbau staatlicher Institutionen reicht. Ihrer Förderungspolitik liegt keine vereinbarte Definition von Demokratie, sondern vielmehr ein „Minimalverständnis von Demokratie als ‚Prinzip’“ (50) zugrunde, schreibt Gebauer. Seine eingangs aufgestellte Hypothese, wonach der Instrumenteneinsatz vom jeweiligen Demokratisierungsgrad des Empfängerlandes abhängt, hat sich nicht bestätigt. Es sei nicht erkennbar, dass die EU gezielt Transitionsprozesse unterstützt. „Die Demokratieförderungsinstrumente und finanzielle Hilfe werden nicht systematisch auf sich demokratisierende Länder ausgerichtet. […] Das Fehlen einheitlicher Kriterien und Indikatoren zur Bewertung des Demokratiegrades hat die Koppelung der Instrumente an Demokratisierungsprozesse bisher erschwert.“ (80)
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.6 | 2.67 | 2.2 | 4.44
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Henri Pierre Gebauer: Externe Demokratieförderung. Berlin: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/35265-externe-demokratiefoerderung_42469, veröffentlicht am 06.12.2012.
Buch-Nr.: 42469
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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