/ 20.06.2013
Charles Clover
Fisch kaputt. Vom Leerfischen der Meere und den Konsequenzen für die ganze Welt. Aus dem Englischen von Gisela Kretzschmar
München: Riemann Verlag 2005; 447 S.; 23,- €; ISBN 3-570-50056-XFisch ist gesund. Der Appetit auf Fisch steigt weltweit. Und gleichzeitig nehmen die Fischbestände ab, weil riesige Fabrikschiffe die Weltmeere regelrecht abgrasen. Der englische Umweltjournalist schildert, wie es um die Fischpopulationen steht, welche Fangmethoden benutzt werden und welche wirtschaftlichen Interessen zu der Überfischung der Meere führen. Clover hat überall recherchiert und beschreibt sehr lebendig, wie es auf Fangschiffen, Fischmärkten und Restaurants zugeht. Auch die politischen Konsequenzen lässt Clover nicht außer Acht. Durch die Fangflotten der Industrieländer werde den Fischern in ärmeren Ländern die Existenzgrundlage genommen. Dies trage in der Folge zu Armut und Unterentwicklung bei. In Europa zerstöre die Unfähigkeit der EU, der Fischereimarkt zu regulieren, die wirtschaftliche Existenzgrundlage von Fischern und führe zur Reduzierung von Fischbeständen. Clover hält die Fischereipolitik für komplett gescheitert. Die Analyse von politischen Zusammenhängen steht allerdings nicht im Zentrum des Buches. Es ist eher eine – mitunter etwas emotionale – Anklage gegen die Zerstörung der Weltmeere und ein lauter Aufruf zum Gegensteuern.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.45 | 2.261
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Charles Clover: Fisch kaputt. München: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23472-fisch-kaputt_26943, veröffentlicht am 16.08.2007.
Buch-Nr.: 26943
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M. A., Politikwissenschaftler.
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