/ 20.06.2013
Sandrine Schilling
Gegen das Vergessen. Justiz, Wahrheitsfindung und Versöhnung nach dem Genozid in Rwanda durch Mechanismen transitionaler Justiz: Gacaca Gerichte
Bern u. a.: Peter Lang 2005; 399 S.; brosch., 44,80 €; ISBN 978-3-03910-681-3Diss. phil. Zürich; Gutachter: B. Fux, F. Höpflinger. – Die rechtliche und soziale Bewältigung des Genozids in Ruanda steht im Mittelpunkt dieser rechtssoziologischen Analyse. Den theoretischen Hintergrund bildet das Konzept der transitionalen Justiz. Die aus der postgenozidären Überforderung der nationalen Strafverfolgung heraus entstandene Rückbesinnung auf einen traditionellen ruandischen Streitschlichtungsmechanismus – Gacaca – bildet den Fokus der Untersuchung. Die Gacaca-Gerichtsbarkeit habe im Vergleich zur traditionellen Anwendung entscheidende Modifizierungen, wie Verschriftlichung und staatliche Kontrolle, erfahren. Trotz der Vorzüge dieses Instruments – Einpassung in den lokalen Kontext, Partizipation der Dorfbevölkerungen sowie Chance zur Versöhnung und zur Reintegration der Täter – bleibe es doch, so das Fazit der Autorin nach einer kritischen Betrachtung der Gacaca-Gerichtsbarkeit, eine unvollständige Notlösung.
Charlotte Booth (CBO)
Studentin, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.67 | 2.21 | 2.25
Empfohlene Zitierweise: Charlotte Booth, Rezension zu: Sandrine Schilling: Gegen das Vergessen. Bern u. a.: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25106-gegen-das-vergessen_29058, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 29058
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Studentin, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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