/ 20.06.2013
Günther Moewes
Geld oder Leben. Umdenken und unsere Zukunft nachhaltig sichern
Wien: Signum Verlag 2004; 318 S.; 19,90 €; ISBN 3-85436-363-XDie aktuellen finanziellen Defizite von Bund, Ländern und Gemeinden werden als Begründung für weit reichende Einschnitte in die sozialen Sicherungssysteme und staatlichen Leistungen vorgebracht. Doch dem Schuldenberg steht ein Vermögen gegenüber, das sich in den Händen nur weniger Reicher konzentriert. Der zentrale Mechanismus, der zu einer Ungleichverteilung des Reichtums führt, so der Autor, ist das Prinzip des Zinses. Es sorgt für Einkommen, dem keine Arbeitsleistung gegenübersteht. Moewes stellt die hinter dem Phänomen des Zinses stehenden wirtschaftlichen Zusammenhänge und Mechanismen dar und macht deutlich, warum seiner Auffassung nach in Deutschland kein Reichtums- oder Wachstums-, sondern vielmehr ein Verteilungsproblem existiert. Er zeigt, in welcher Weise die profitierenden Bevölkerungsgruppen Einfluss ausüben und warum diese Ungleichverteilung nicht politisch bekämpft wird. Anschließend entwickelt er erste Ansatzpunkte zu einer Veränderung der Situation. Im Mittelpunkt steht dabei die Forderung nach zinslosem Geld, wie dies derzeit beispielsweise schon im Rahmen von Regionalwährungen praktiziert wird. Darüber hinaus fordert er nachdrücklich die Etablierung einer alternativen Ökonomie, die neue nachhaltige wirtschaftliche Konzepte jenseits der derzeitigen Lehrmeinungen entwickeln soll. Die lebendig geschriebene, manchmal ein wenig provokative, aber stets sachliche Darstellung des Dortmunder Professors für Industrialisierung des Bauens wendet sich an eine breite Allgemeinheit und ist auch für Laien verständlich.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.3 | 2.2 | 2.61 | 2.64 | 2.342
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Günther Moewes: Geld oder Leben. Wien: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22310-geld-oder-leben_25447, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25447
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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