/ 21.06.2013
Andreas Rieger / Renzo Ambrosetti / Renatus Beck (Hrsg.)
Gewerkschaften im Umbruch. Eine Analyse der Fusion zur Grossgewerkschaft Unia
Chur/Zürich: Verlag Rüegger 2008; 253 S.; brosch., 23,- €; ISBN 978-3-7253-0884-22004 schlossen sich die vier Schweizer Gewerkschaften SMUV, GBI, VHTL und unia/actions zur neuen branchenübergreifenden Gewerkschaft Unia zusammen. Es entstand die größte Arbeitnehmerorganisation der Schweiz, die rund 200.000 Mitglieder umfasst. Sie organisiert die Arbeitnehmer in ca. 100 Branchen (Industrie, Gewerbe, Bau, privater Dienstleistungsbereich) und ist an über 400 Gesamtarbeitsverträgen beteiligt. In diesem Band werden die Gründe für diese Fusion erläutert und es wird beschrieben, wie der rund zehn Jahre dauernde Prozess abgelaufen ist. Die Autoren – viele von ihnen sind in die Arbeit der Unia eingebunden – zeichnen die einzelnen Phasen von der Kooperation zur Integration und schließlich zur Fusion nach und benennen die Faktoren, welche schließlich zum Erfolg führten. Hierzu wurden Funktionsträger der fusionierten Organisationen schriftlich befragt. Sie bewerteten die demokratisch-partizipativen Elemente am höchsten, also etwa den breiten Einbezug vieler Kollegen in den Prozess, Transparenz hinsichtlich des Informationsflusses oder die „intensive Partizipation der Regionen und Sektoren“. Die internen Widerstände waren geringer „als die alten Vorurteile der konkurrierenden Organisationen befürchten liessen“, alle standen vor gleichen Problemen, welche mit einer neuen Organisation und „Organisationskultur“ (11) gelöst werden mussten. Die Gründung der Unia wird im resümierenden Beitrag als „die bisher ambitionierteste Antwort auf die seit Langem in der Schweiz wirksam gewordenen Strukturveränderungen der Beschäftigung und der Arbeitsbeziehungen“ bezeichnet. Eine erste Bilanz zeige, dass die gesetzten Ziele bisher überwiegend erreicht wurden. Hierzu zählten insbesondere die verstärkte Präsenz im Tertiärsektor, die bessere gewerkschaftliche Vernetzung im Bau, im Gewerbe und in den Industriebranchen. Die Risiken des Zusammenschlusses – wie etwa der Einbruch der Mitgliederzahlen und Finanzen – „konnten weitgehend gebändigt werden“ (128), heißt es weiter. Insgesamt sei eine „starke soziale Kraft“ (129) entstanden, an welcher in der Privatwirtschaft niemand vorbeikomme.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.5 | 2.22
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Andreas Rieger / Renzo Ambrosetti / Renatus Beck (Hrsg.): Gewerkschaften im Umbruch. Chur/Zürich: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28804-gewerkschaften-im-umbruch_33983, veröffentlicht am 21.10.2008.
Buch-Nr.: 33983
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