/ 17.06.2013
Carl Amery
Global Exit. Die Kirchen und der Totale Markt
München: Luchterhand 2002; 239 S.; geb., 18,- €; ISBN 3-630-88004-5Der Schriftsteller Amery beteiligt sich auf ganz eigene Weise an der Globalisierungsdebatte. In seinem Essay, der auch als Predigt bezeichnet werden kann, zieht er bissig gegen die Weltreligion namens Kapitalismus zu Felde. Seiner Ansicht nach sei abzusehen, dass diese Wirtschaftsordnung die natürlichen Lebensgrundlagen zerstöre. Gleichzeitig sei vorauszusehen, dass die christlichen Kirchen in die Bedeutungslosigkeit absinken werden. Dies könnten die Kirchen abwenden - so Amerys Aussage -, wenn sie den Kampf gegen die Religion des totalen Marktes aufnehmen und damit zu einer Sicherung der Lebensgrundlagen beitragen würden. Von politikwissenschaftlicher Bedeutung sind Amerys Analysen sicher nicht. Bemerkenswert ist das Buch wegen Amery selbst, denn der jetzt 80-jährige Schriftsteller wurde 1989 zum Präsidenten des deutschen PEN-Zentrums gewählt und beteiligt sich schon jahrzehntelang an politischen Debatten. Sein aktuelles Buch aber krankt neben inhaltlichen Schwächen auch an langen Sätzen und zu vielen Wortspielen, die die Lektüre langweilig werden lassen.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.23 | 2.2 | 4.4
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Carl Amery: Global Exit. München: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16394-global-exit_18824, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 18824
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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