/ 20.06.2013
Moshe Zimmermann
Goliaths Falle. Israelis und Palästinenser im Würgegriff
Berlin: Aufbau Taschenbuch Verlag 2004; 192 S.; brosch., 8,50 €; ISBN 3-7466-8101-4Das Buch enthält kurze Artikel, die der Autor in den letzten Jahren in deutschen sowie israelischen Tageszeitungen und Zeitschriften veröffentlicht hat. Die Beiträge des ersten Teils beschäftigen sich mit dem Deutschlandbild Israels, die des zweiten mit dem israelischen Selbstverständnis und die des dritten Abschnitts mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt. Auch wenn sich die tatsächlichen Kräfteverhältnisse inzwischen geändert hätten, so die zentrale These des Autors, fühle sich Israel nach wie vor in der Rolle des unterlegenen und schwächeren David, der sich gegen einen übermächtigen Goliath zu verteidigen habe. Diese Selbsteinschätzung habe fatale politische Auswirkungen auf den israelisch-palästinensischen Konflikt, da sich umgekehrt auch die Palästinenser als das schwächere Opfer eines potenten Aggressors erlebten. Die Beiträge des Bandes zeigen aus sehr unterschiedlichen Perspektiven Facetten dieser These auf. Das Spektrum reicht vom Fußball über die Sündenbock-Funktion des inzwischen verstorbenen Yassir Arafats bis hin zu Lehrplänen des Geschichtsunterrichts in den Schulen. Der Autor versucht einerseits Verständnis für die israelischen Positionen zu wecken, spart aber andererseits nicht mit Kritik an der ideologisch aufgeladenen Haltung vieler Israelis und mahnt zu mehr Besonnenheit sowie zu einer weniger ideologischen Wahrnehmung der Gegebenheiten.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.63 | 4.41 | 2.25 | 2.35 | 2.23
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Moshe Zimmermann: Goliaths Falle. Berlin: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22302-goliaths-falle_25438, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25438
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
CC-BY-NC-SA