/ 18.06.2013
Cees Wiebes
Intelligence and the War in Bosnia 1992-1995
Münster/Hamburg/London: Lit 2003 (Studies in Intelligence History 1); 463 S.; brosch., 35,90 €; ISBN 3-8258-6347-6Am 11. Juli 1995 marschierten bosnische Serben in die nur von einem kleinen holländischen UN-Kontingent geschützte Enklave Srebrenica ein. In der Folgezeit ermordeten sie Tausende muslimischer Einwohner. Wäre diese Tragödie durch eine bessere Aufklärungsarbeit westlicher Geheimdienste zu verhindern gewesen? Der Autor ist Holländer, arbeitet an der Universität Amsterdam und listet in diesem Buch detailliert auf, welche Erkenntnisse den Geheimdiensten damals vorlagen. Zu diesem Zweck konnte er selbst geheime holländische Archive und auch UN-Archive auswerten. Darüber hinaus wurden ihm von über 100 damals aktiven Geheimdienst-Mitgliedern aus mehreren Ländern Interviews gewährt. Die Studie ist ein Anhang zum Srebrenica-Bericht des „Netherland Institute for War Documentation" (NIOD). Wiebes kommt zu dem Schluss, dass die Aufklärung tatsächlich mangelhaft war. Auf keiner Ebene erhielten die Handelnden eine Warnung über die Pläne der bosnischen Serben. Er weist jedoch darauf hin, dass dieses Versäumnis der Geheimdienste mit einem jahrelangen Politikversagen einher ging: „[...] this intelligence failure occured within the context of a massive operational and policy failure by the UN" (421).
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.41 | 2.62 | 2.61 | 4.3
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Cees Wiebes: Intelligence and the War in Bosnia 1992-1995 Münster/Hamburg/London: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18787-intelligence-and-the-war-in-bosnia-1992-1995_21793, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 21793
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M. A., Politikwissenschaftler.
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