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/ 22.06.2013
Nina Gillmann

Interagency Coordination During Disaster. Strategic Choices for the UN, NGOs, and other Humanitarian Actors in the Field

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2010 (The United Nations and Global Change 4); 353 S.; 59,- €; ISBN 978-3-8329-5708-7
Politikwiss. Diss. Kiel; Gutachter: J. Varwick, J. Krause. – Seit Beginn dieses Jahrtausends musste das System der internationalen Hilfe weltweit auf über tausend Notfälle reagieren. Die Autorin konstatiert, dass jährlich 280 Millionen Menschen allein von Naturkatastrophen betroffen gewesen seien. Hinzu kämen noch entwurzelte Personen, Kriegsflüchtlinge und Asylsuchende. Gillmann verweist darauf, dass die hohe Anzahl Bedürftiger mit einem ständig wachsenden Bedarf an humanitärer Hilfe einhergehe. Hilfsorganisationen sieht sie deshalb mit zwei grundlegenden Problembereichen konfrontiert: einerseits der Bereitstellung immer umfangreicherer Ressourcen, um der humanitären Not zu begegnen; andererseits dem Druck zur eigenen Leistungssteigerung und zu einer effektiveren Kooperation innerhalb des internationalen humanitären Systems. Letzterer Aspekt steht im Zentrum ihrer Untersuchung. Die Autorin kritisiert, dass eine funktionierende Koordination, obwohl sie von allen Beteiligten erwünscht sei, nach wie vor fehle. Eine Ursache hierfür sieht sie in den häufig zu hohen Erwartungen an die Leistungsqualität. Darüber hinaus trage auch der Umstand, dass bestehende organisatorische Realitäten wichtiger humanitärer Akteure wie den Vereinten Nationen, dem Roten Kreuz und diversen NGOs bei bestehenden Reformvorschlägen nur selten berücksichtigt würden, zu dieser Frustration bei. Außerdem würde der Koordinierungsbedarf zwischen den einzelnen Einrichtungen unterschätzt und die Evaluation unterschiedlicher Koordinationsformen versäumt. Die Autorin bewertet die Politikempfehlungen durch die Wissenschaft dann auch als eher unzureichend. An die Erkenntnisse der Organisationstheorie anknüpfend, kommt Gillmann zu dem Ergebnis, dass der Erfolg verschiedener Organisationsformen sehr stark durch äußere Faktoren bestimmt werde. Diese unterschieden sich bei den einzelnen Katastrophen aber erheblich, wodurch sich präventive Abstimmungen erschwerten.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 4.34.414.422.252.68 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Nina Gillmann: Interagency Coordination During Disaster. Baden-Baden: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/33507-interagency-coordination-during-disaster_40096, veröffentlicht am 20.04.2011. Buch-Nr.: 40096 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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