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/ 05.06.2013
Herbert Strunz

Irak. Wirtschaft zwischen Embargo und Zukunft

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1998 (Internationale Märkte 1); 307 S.; brosch., 98,- DM; ISBN 3-631-33267-X
Das im Zuge des Zweiten Golfkrieges nach dem Überfall Saddam Husseins auf Kuwait gemäß Sicherheitsratsresolution 661 (1990) eingesetzte Sanktionsregime gegen den Irak dürfte neben dem mittlerweile in der Aufhebung befindlichen Lybien-Sanktionsregime zu den umstrittensten Embargomaßnahmen der Weltorganisation zählen, obwohl mit dem 1995 auch unter deutscher Beteiligung beschlossenen "Oil-for-Food"-Programm (SR-Resolution 986 [1995]) mittlerweile die Negativauswirkungen auf die irakische Bevölkerung gemindert wurden. Die von der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen geförderte Studie konzentriert sich vornehmlich auf die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Irak-Sanktionen, ohne jedoch deren politische Implikation zu vernachlässigen. Damit gelingt es Strunz, Verständnis zu schaffen für die technischen Probleme bei der Umsetzung der Sanktionsbestimmungen und der Ausnahmeverfahren sowie für die diversen politischen und wirtschaftlichen Interessen, die die Anwendung der entsprechenden Regularien nicht immer konsequent und transparent erscheinen lassen. Hervorhebung verdienen auch die tiefgründige Einführung in die politische Entwicklung des Irak seit der britischen Kolonialzeit sowie ein umfangreicher Annexteil, in dem alle relevanten Sicherheitsratsresolutionen im Wortlaut abgedruckt sind.
Christian Freuding (CF)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.634.224.41 Empfohlene Zitierweise: Christian Freuding, Rezension zu: Herbert Strunz: Irak. Frankfurt a. M. u. a.: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7162-irak_9578, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9578 Rezension drucken
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