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Interview / 13.10.2026

Islamismus und radikale Rechte: Ziemlich beste Feinde?

Blumen und Regenbogenfahnen nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD. Foto: Zartesbitter via WikiCommons
Blumen und Regenbogenfahnen nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD. Foto: Zartesbitter via WikiCommons

Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD sorgte der Berliner Queerbeauftragte, Alfonso Pantisano, für Aufregung, indem er Islamisten als Untergruppe konservativer und rechtsextremer Kräfte bezeichnete. Ist der Islamismus tatsächlich eine Spielart des Rechtsextremismus? Radikalisieren sich islamistische und antimuslimische Milieus gegenseitig? Ein Interview mit Cemal Öztürk, der an der Universität Duisburg-Essen zum Zusammenhang von Islamismus und der radikalen Rechten forscht.

Herr Öztürk, der Berliner Queerbeauftragte von der SPD, Alfonso Pantisano, bezeichneten den Islamismus als eine Spielart des ultrakonservativen bis radikalrechten Denkens. Ist es sinnvoll, den Islamismus als ein rechtes Projekt zu beschreiben?

Diese Debatte hat ihre Vorläufer. Als Kevin Kühnert vor zwei Jahren berichtete, dass es in seinem Wahlkreis „aus muslimisch gelesenen Männergruppen häufiger zu einem homophoben Spruch" komme, warf ihm sein Parteifreund Pantisano vor, „antimuslimischen Rassismus“ zu schüren. Ein Jahr später verkündeten die Berliner Jusos, den Begriff „Islamismus" künftig zu vermeiden – er sei rassistisch und stigmatisierend und gehe mit pauschalen Urteilen über den Islam als Ganzes einher. Ihr Alternativvorschlag lautet „religiös begründeter Extremismus" – ein bewusst gewählter Begriff, um keine einseitige Assoziation mit dessen islamischer bzw. besser islamistischer Variante zu evozieren.

Dahinter scheinen mir gute Intentionen zu stehen, die in der Politik aber nie mit guten Ergebnissen zu verwechseln sind. Ich kann nicht erkennen, welchen Gefallen man Muslimen damit tut, wenn man die Grenze zwischen dem Islam als Religion und dem Islamismus als moderner, politisierter Ideologie derart verwischt – worauf zumindest das Argument von Alfonso Pantisano implizit hinausläuft. Natürlich gibt es konservative bzw. orthodox-praktizierende Muslime, für die Homosexualität ein Tabuthema ist und die ein großes Problem hätten, wenn sich ihre Kinder „outen" würden. Sie würden sich aber – anders als der Berliner CSD-Attentäter Abdul B. – nicht anmaßen, Kläger und Richter in einer Person zu spielen. Folgt man Pantisano, landen sie aber am Ende des Tages im selben Topf. Islamismus ist eine tödliche Ideologie, die man klar benennen und als eigenständiges Problem behandeln sollte – was nicht heißt, dass es keine Wahlverwandtschaften zum Rechtsextremismus gibt.

Welche Schnittmengen gibt es zwischen der radikalen Rechten und dem Islamismus?

Da gibt es einige. Rechtsextremismus und Islamismus sind reaktionäre Ideologien, die sich zu unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung verhalten wie der Teufel zum Weihwasser.

Eine erste Gemeinsamkeit besteht in ihren homogenen Gemeinschaftsvorstellungen. Der Rechtsextremismus denkt die Welt in Abstammungsgemeinschaften. Zugehörigkeit ist „völkisch" festgelegt – Menschen werden entlang von Kriterien wie Herkunft, Ethnie und nationaler Zugehörigkeit hierarchisiert. Die islamistische Idealvorstellung einer Gemeinschaft der Muslime operiert hingegen mit einer religiösen Festlegung von Zugehörigkeit und unterteilt die Welt in „Gläubige" und „Ungläubige" – wobei zu Letzteren auch die vermeintlich „Abtrünnigen" aus den eigenen Reihen gehören, die häufig zu den ersten Opfern zählen. Die erste Parallele ist also ein dualistisches Weltbild, das keine Graustufen kennt, sondern nur ein homogen gedachtes „Wir" und „die Anderen".

Die zweite Gemeinsamkeit ist, dass beide Ideologien das Kollektiv über das Individuum stellen. Individuelle Freiheiten haben sich dem Erhalt und Wohl der – im Fall des Rechtsextremismus – biologisch-rassisch oder ethnokulturell gedachten Abstammungsgemeinschaft unterzuordnen. Auch in islamistischen Gemeinschaftsvorstellungen werden individuelle Lebensentwürfe, die von den als heilig erachteten Normen abweichen, nicht toleriert. In Saudi-Arabien erwartet Homosexuelle die Todesstrafe, im Iran werden sie an Baukränen aufgehängt.

Die dritte Schnittmenge zwischen Rechtsextremismus und Islamismus besteht darin, dass die politische Umsetzung ihrer Ideale auf eine Gegnerschaft zur Demokratie hinausläuft. Die politischen Ordnungsvorstellungen des Rechtsextremismus orientieren sich an faschistischen Diktaturen, dem Führerprinzip und/oder völkischen Ein-Parteien-Systemen. Islamistische Ordnungsvorstellungen laufen auf theokratische Prinzipien hinaus – etwa in Form eines Kalifats oder eines Wächterrats religiöser Gelehrter, die über die Einhaltung und Umsetzung des aus ihrer Sicht gottgegebenen Rechts wachen. Kein menschengemachtes Recht von Parlamenten kann in dieser Vorstellung über der Souveränität Allahs stehen.

Jüd*innen und Juden, Feminist*innen, queere Menschen: Auch bei den Feindbildern gibt es große Parallelen, oder?

So ist es – der Antifeminismus und die Feindseligkeit gegenüber queeren Menschen sind eine weitere Parallele, denn die idealisierten Gemeinschaften von Islamisten und Rechtsextremen sind patriarchal und hierarchisch strukturiert. Die Familie lebt von einem Dualismus von Mann und Frau – und beiden Lagern schwebt eine Arbeitsteilung vor, in der Frauen schon allein deshalb eine untergeordnete Rolle zukommt, weil sie für den Haushalt verantwortlich sind und für die Gemeinschaft reproduktive Funktionen zu übernehmen haben. Salopp gesagt: Die „Volksgemeinschaft" und die „Umma" brauchen stetig neuen Nachwuchs. Diese tradierten Geschlechterrollen und die Verachtung moderner Errungenschaften wie der sexuellen Selbstbestimmung gehen Hand in Hand. Und so ist es auch keine große Überraschung, dass sich eine Agitation gegen die angeblich in Deutschland oder gleich der westlichen Welt um sich greifende „Regenbogenideologie" sowohl auf islamistischen als auch auf rechtsextremen Social-Media-Accounts findet.

Wie sieht es mit dem Antisemitismus aus?

Dieser stellt ein weiteres Brückennarrativ dar.[1] Das dürfte unter anderem mit einer der wichtigsten gesellschaftlichen Funktionen antisemitischer Ressentiments zusammenhängen – sie ermöglichen nämlich eine semantische Konstruktion kollektiver Identitäten. Gruppen konstituieren sich nie nur durch das, was sie eint, sondern auch durch das, was sie ausschließen. Antisemitismus stiftet dabei Zugehörigkeit nach innen und markiert Grenzen nach außen.[2]

Die extreme Rechte denkt die Welt als Nebeneinander völkischer Abstammungsgemeinschaften, die sich in Staaten organisieren. Der Soziologe Klaus Holz hat mit der „Figur des Dritten"[3] meines Erachtens sehr treffend rekonstruiert, warum „den" Juden in dieser Ordnung kein Platz zugesprochen wird: Sie gelten in der antisemitischen Gedankenwelt nicht nur als Feinde des eigenen Volkes, sondern als Feinde aller Völker – sie verkörpern all das, was den Zusammenhalt idealisierter Gemeinschaften in der Moderne zersetzt. Juden werden dabei als omnipotente Weltenlenker inszeniert, die Medien und Banken kontrollierten, Kriege und Revolutionen orchestrierten. Diese wahnhaften, verschwörungsideologischen Narrative steigerten sich im Nationalsozialismus zu einem Erlösungsantisemitismus, der zur ideologischen Grundlage der industriell organisierten Vernichtung der europäischen Juden wurde.

Diese Verbindungslinie lebt auch nach der Shoah fort. Die Erinnerung an dieses singuläre Menschheitsverbrechen – das von der Mehrheit der deutschen Gesellschaft mitgetragen wurde – steht nationalen Identitätsbedürfnissen bis heute im Weg. Es ist deshalb kein Zufall, dass die Verharmlosung des Nationalsozialismus zu den Kernideologemen des zeitgenössischen Rechtsextremismus gehört. Offener Antisemitismus ist gesellschaftlich geächtet, aber noch lange nicht verschwunden. Er äußert sich in einer Umwegkommunikation wie der gängigen Täter-Opfer-Umkehrungen des sekundären Antisemitismus. In der letzten Leipziger Autoritarismus-Studie stimmte ein Drittel der Aussage zu, Reparationsforderungen an Deutschland nützten nicht den Opfern, sondern einer „Holocaust-Industrie" findiger Anwälte.[4] Gewissermaßen ist das eine Neuauflage des antisemitischen Klischees vermeintlicher jüdischer Raffgier und Gerissenheit. Dieses antisemitische Geraune lebt auch im wohl populärsten Verschwörungsnarrativ der Gegenwart fort – dem „Großen Austausch". So wird dem jüdischen Finanzinvestor George Soros vorgeworfen, die Migrationsbewegungen von 2015 orchestriert zu haben, um die „Islamisierung Europas" bzw. eine „Umvolkung" der autochthonen Bevölkerung voranzutreiben. Antisemitismus, Elitenschelte und Muslimfeindlichkeit gehen dabei Hand in Hand.

Was motiviert den islamistischen Antisemitismus?

Auch der Islamismus kann die Konturen der idealisierten muslimischen Gemeinschaft nicht positiv bestimmen, und sein Resonanzboden lässt sich nicht erklären ohne die Feindschaft gegenüber Juden und dem Staat Israel – der wahlweise als kleiner oder großer Satan diffamiert wird. Was dabei in den unterkomplexen Debatten um einen vermeintlich „importierten Antisemitismus" gerne unter den Teppich gekehrt wird: Christliche Missionare, die Kolonialmächte Frankreich und England sowie allen voran Nazi-Deutschland waren an der Verbreitung antisemitischer Hetzschriften im Nahen Osten mitbeteiligt. Und doch sind es nicht nur externe Gründe, warum der Antisemitismus auf fruchtbaren Boden fiel.

Die Geschichte der muslimisch-jüdischen Beziehungen ist lang, von Nähe und Distanzierung geprägt – und sie hat auch regionale Besonderheiten, die ihrerseits häufig einem Wandel unterlagen. Dennoch lässt sich festhalten: Die Gründung des Staates Israel – von vielen Arabern als weitere Demütigung durch Europa empfunden – und der verlorene Krieg von 1948, in dem es gleich fünf arabischen Armeen nicht gelang, Israel von der Landkarte zu tilgen, erzeugten eine Nachfrage nach einfachen Erklärungen statt Selbstkritik. In dieser Suchbewegung lieferten sich pan-arabische Nationalisten und Islamisten geradezu einen Überbietungswettkampf. Als einer der wichtigsten Grundlagentexte gilt in dieser Gemengelage „Unser Kampf mit den Juden" des ägyptischen Muslimbruderschafts-Ideologen Sayyid Qutb aus dem Jahr 1950. Darin stilisiert dieser Juden zu universellen Feinden, die sich bereits seit der Frühzeit des Islam gegen den Propheten Mohammed verschworen hätten und auch in der Gegenwart für den moralischen und religiösen Zerfall muslimischer Gesellschaften verantwortlich seien. Sein Essay kann in doppeltem Sinne als stilbildend bezeichnet werden: Zum einen ist der islamistische Antisemitismus in der Regel ein Amalgam aus Verschwörungstheorien europäischer Provenienz und verkürzten, feindseligen Interpretationen aus der Frühgeschichte des Islam.[5] Zum anderen hat dieses Narrativ eine politische Karriere hingelegt – der Hass auf Juden sowie auf den Staat Israel lässt sich als kleinster gemeinsamer Nenner islamistischer Bewegungen, Parteien und Terrororganisationen bezeichnen.[6] In Deutschland mag heute die Sicherheit Israels zur Staatsräson gehören – im Iran ist das Gegenteil der Fall: In der Hauptstadt Teheran wurde eigens eine Uhr installiert, die den Countdown bis zur herbeigesehnten Vernichtung des jüdischen Staates herunterzählt.

Das waren die Schnittmengen, wo liegen die wichtigsten Unterschiede zwischen Rechtsradikalismus und Islamismus?

Hier hilft es, sprachlich genau zu sein – statt von Schnittmengen würde ich von Analogien sprechen, also von Ähnlichkeiten zwischen zwei verschiedenen Ideologien, die sich in bestimmten Merkmalen gleichen, allerdings aufgrund unterschiedlicher Motivlagen und ideologischer Begründungen.

Beide Ideologien eint eine Gegnerschaft zur Demokratie und offenen Gesellschaft – und doch gibt es einen entscheidenden Unterschied. Der Islamismus ist eine politische Ideologie, die auf einer fundamentalistischen Interpretation des Islam basiert. Die Richtschnur der idealisierten Gesellschafts- und Staatsordnung sollen religiöse Gesetze sein. Der Rechtsextremismus hingegen basiert auf einer rassistischen Blut-und-Boden-Ideologie, die sich mit dem demokratischen Gleichheitsversprechen nicht vereinbaren lässt.

Beide Gemeinschaftsvorstellungen mögen das Kollektiv über das Individuum stellen – doch hier gibt es den vielleicht wichtigsten Unterschied. Der Islamismus hat einen universellen Geltungsanspruch. Die Zugehörigkeit zur islamischen Gemeinschaft ist nicht an Ethnizität und Herkunft gebunden, sondern an das, was Islamisten als „wahren Glauben" ausgeben. Entscheidend ist nicht Sprache oder Hautfarbe, sondern die Unterwerfung unter Gott – und Mitgliedschaft ist durch Konversion möglich. Ein- und Ausschlussmechanismen erfolgen theologisch, nicht biologisch. Das ist die Kardinaldifferenz zum Rechtsextremismus: Wer nicht über die „richtigen" biologischen Merkmale verfügt, kann für die radikale Rechte nicht dazugehören. Der IS war – wenn man vom Monismus im Glauben absieht – hingegen ein multikultureller Kampftrupp mit Mitgliedern aus über 80 Nationen. Das wäre in rechtsterroristischen Gruppen sicherlich nicht möglich.

Verunklart die Subsumierung des Islamismus unter das Label „Rechts“ daher mehr, als dass sie sichtbar macht?

Die Unterscheidung zwischen Links und Rechts ist ein europäisches Koordinatensystem – eng verknüpft mit der Französischen Revolution und ihrem Nachspiel. Die linke Seite proklamierte die Gleichheit aller Menschen und richtete sich gegen den Obskurantismus der katholischen Kirche und die Privilegien des Adels. Die Verteidiger der alten Ordnung nahmen fortan auf der rechten Seite des Parlaments ihren Platz ein.

Es ist meines Erachtens – und hier stimme ich dem Gastbeitrag von Peter R. Neumann in der Süddeutschen Zeitung[7] ausdrücklich zu – analytisch wenig gewinnbringend, dieses Koordinatensystem auf den Islamismus zu übertragen. Die Gleichheit aller Menschen ist – wie die Verachtung von queeren Menschen, emanzipierten Frauen und Angehörigen anderer Religionen zeigt – sicherlich nicht das Ziel des Islamismus. Parallel dazu hat die Ideologie trotzdem einen revolutionären Impetus: Sie will die bestehenden, korrumpierten postkolonialen Ordnungssysteme des Nahen Ostens und, sofern es sie noch gibt, säkulare Herrscher zu Fall bringen, um dem Islam zu vergangenem Glanz zu verhelfen. Hilft es vor diesem Hintergrund wirklich, zu fragen, ob der Islamismus nun „rechts" oder „links" ist?

Es wäre besser, die Selbstbeschreibung von Islamisten ernst zu nehmen. Für Sayyid Qutb war die Sache klar: Es geht um einen dritten Weg zwischen dem – gleichermaßen als gottlos erachteten – westlichen Materialismus und östlichem Kommunismus. Das Ende der Geschichte, wenn man so will, eben nur unter islamischen Vorzeichen.

Als wichtigstes Thema für rechtsradikale Parteien gilt die Ablehnung von Migration. Welche Rolle spielt dabei die Muslimfeindlichkeit?

Klar ist, dass für Parteien wie die AfD ein strikter Anti-Einwanderungskurs zum Markenkern gehört. Dabei steht das Feindbild Islam beziehungsweise die Muslimfeindlichkeit besonders im Rampenlicht. Denn die AfD ist ein Magnet für Wählermilieus, die Muslimen die Zugehörigkeit zu Deutschland absprechen und ihre Zuwanderung verbieten wollen.[8] Ihrem Bundestagswahlprogramm ist zu entnehmen: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland. In seiner Ausbreitung und in der Präsenz einer ständig wachsenden Zahl von Muslimen sieht die AfD eine große Gefahr für unseren Staat, unsere Gesellschaft und unsere Werteordnung."[9] Damit ist der Ton gesetzt. Die Partei setzt rhetorisch auf Dichotomien: auf der einen Seite „unsere Gesellschaft", auf der anderen Seite „der Islam". Und es wird Angst geschürt – die Muslime als sicherheitspolitische Gefahr und Bedrohung einer offenkundig homogen gedachten nationalen Identität.

Im politischen Handgemenge versteht es die Partei, den Ton geschickt an verschiedene Zielgruppen anzupassen. Mal ist er aggressiv und vulgär – man denke an Weidels hasserfüllte Tirade gegen „Kopftuchmädchen, alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse". Aber sie kann auch bürgerlicher auftreten – etwa, wenn sie auf die vermeintlich kollektive Frauenverachtung, Homophobie und den Judenhass „der" Muslime verweist. Beides fällt in den Phänomenbereich der Muslimfeindlichkeit – nämlich „die Zuschreibung pauschaler, weitestgehend unveränderbarer, rückständiger und bedrohlicher Eigenschaften gegenüber Muslim*innen und als muslimisch wahrgenommenen Menschen“.[10] Ihre Sympathie für Feminismus, die Rechte von queeren Menschen und Juden entdeckt die AfD freilich nur dann, wenn sich diese Positionierung gegen Muslime wenden lässt. Dabei wird ausgeblendet, dass es „den“ Islam genauso wenig gibt wie „die" Muslime, sondern die Bandbreite mit Blick auf Herkunft, Glaubensrichtungen und religiöse Praxis immens ist.

Die AfD hat dabei zwei Asse im Ärmel. Zum einen verfangen ihre Bedrohungsdiskurse auch deshalb, weil islamistische Gewalt kein Hirngespinst ist. Zum anderen hat die Partei gut erkannt, dass ein kulturell argumentierender Rassismus, anders als eine offene Blut-und-Boden-Rhetorik, gesellschaftlich kaum tabuisiert ist. Die Muslimfeindlichkeit ist für sie auch deshalb zu einem Türöffner in die Mitte der Gesellschaft geworden.[11]

Einer Ihrer Arbeitsschwerpunkte liegt in der Radikalisierungsforschung: Was weiß die Wissenschaft über die Frage, welche Faktoren zur Radikalisierung von Individuen beitragen?

Radikalisierung entspringt sehr unterschiedlichen Motivationen, und ist in der Regel ein langfristiger Prozess. Einmal in Gang gesetzt, ist der Fluchtpunkt klar: Die Legitimität der normativen Ordnung wird infrage gestellt, gegebenenfalls auch bekämpft. Das Ausmaß der eigenen Radikalisierungsbereitschaft variiert – von der passiven über die aktive Unterstützung radikalisierter Gruppen bis hin zur Partizipation an Gewaltakten und einer völligen Selbstaufopferung für dieses Ziel. Man kann also zwischen einer Einstellungs- und einer Handlungsebene differenzieren – und damit zwischen Radikalisierung ohne Gewalt, Radikalisierung in die Gewalt und Radikalisierung in der Gewalt.[12]

Aus Sicht von Kruglanski und Kolleg*innen entsteht Radikalisierung, wenn drei Bereiche zusammenwirken: Bedürfnisse, Narrative und Netzwerke.[13] Die Motive sind äußerst vielseitig: Manche wollen ihre „Ehre" wiederherstellen, erlittene Erniedrigungen rächen oder empfundene Ungerechtigkeiten ausgleichen. Andere hoffen auf Statusgewinn, materielle Vorteile oder schlicht Anerkennung und Zugehörigkeit. Die Crux der Theorie ist: All diese Beweggründe lassen sich auf ein gemeinsames Grundbedürfnis zurückführen – das zutiefst menschliche Verlangen nach Bedeutsamkeit. Die Angst, an Bedeutung zu verlieren, oder die Hoffnung, durch Engagement an Bedeutung zu gewinnen, sind die Auslöser, die Radikalisierungsprozesse in Gang bringen.

Damit Radikalisierung schließlich in Gewalt mündet, ist ein starkes ideologisches Narrativ nötig – eine Erzählung, die Gewalt legitimiert. Erste Warnzeichen sind gegeben, wenn Menschen überzeugt sind, die eigene Gruppe leide unter tiefem Unrecht, und sie zugleich meinen, die „Schuldigen" genau benennen zu können. Um Schuldgefühle zu unterdrücken, greifen radikale Akteure häufig zur Entmenschlichung: So werden Gegner gerne als Ungeziefer, Affen oder Schweine herabgewürdigt.

Noch entscheidender ist: Die Betroffenen müssen von dem Erfolg dieser Ideologie überzeugt sein. Diese Überzeugung wächst in den Netzwerken der Gruppen, wo Ansichten immer wieder bestätigt und zugespitzt werden. Gelingt das, kann die eigene Identität mit den Zielen der Gruppe verschmelzen. Auf einer praktischen Ebene liefern Netzwerke auch eine Infrastruktur für Rekrutierung, Logistik und im schlimmsten Fall für die Planung und Durchführung von Gewalttaten.

Das ist natürlich nur ein Ansatz von vielen – es gibt Soziologen, Politikwissenschaftler, Kriminologen und Sozialpsychologen, die andere Faktoren in den Fokus rücken, zum Beispiel eigene Gewalterfahrungen, Gefühle eines Kontrollverlustes, Krisen in der Adoleszenz oder auch Einsamkeit. Allen Erklärungsansätzen gemein ist: Die allermeisten Menschen, die entsprechende Risikofaktoren aufweisen, radikalisieren sich nicht. Unterschiedliche Risikokonstellationen können zu ähnlichen Entwicklungen führen, und ähnliche Ausgangsbedingungen können unterschiedliche Konsequenzen nach sich ziehen. Vor allem ist Radikalisierung kein linearer Prozess.

Laufen Radikalisierungsprozesse in islamistischen und rechtsradikalen Milieus vergleichbar ab?

Es gibt Unterschiede. Islamisten rekrutieren ihren Nachwuchs in Deutschland primär aus migrantisch geprägten Milieus oder unter Konvertiten. Die Katalysatoren sind reale oder wahrgenommene Erfahrungen von Diskriminierung, Rassismus oder gesellschaftlicher Marginalisierung. Rechtsextremisten zielen häufig (wenn auch längst nicht immer) auf angestammte Milieus aus strukturschwachen Regionen. Die Triebfedern sind Ängste vor Abstieg und Statusverlust sowie Fremdenfeindlichkeit.

Ein weiterer Punkt betrifft das Verhältnis zu Drogen und Alkohol. In rechtsextremen Milieus hat Alkoholkonsum die Funktion eines Schmiermittels für enthemmte Gruppendynamiken – etwa auf Konzerten oder Demonstrationen. Vor allem dient er der Demonstration von „Männlichkeit". Islamisten rekrutieren dagegen häufiger Jugendliche, die vor ihrer Radikalisierung in Drogenmilieus oder der Partyszene aktiv waren oder in Form von Kleinkriminalität mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Der Verzicht auf Rauschmittel wird dabei als „Reinigung von Sünden“ inszeniert, was jungen Menschen, die häufig aus chaotischen Verhältnissen kommen, durchaus Halt geben kann.[14]

Trotzdem überwiegen insgesamt die Parallelen: Beide Seiten versuchen, ihre Anhänger und Sympathisanten an die Eigengruppe zu binden. Sie operieren mit Bedrohungs- und Opferdiskursen, um den Plausibilitätsgehalt ihrer Überlegenheitsideologie zu untermauern. Daraus entstehen Narrative des Hasses und Feindbildkonstruktionen, die ihre Anhänger sukzessive von der Demokratie entfremden – was auf beiden Seiten mit einer gesteigerten Gewaltaffinität einhergeht.

Können sich muslimfeindliche Radikalisierung und islamistische Radikalisierung gegenseitig hochschaukeln?

Wir sprechen in diesem Zusammenhang von einer Co-Radikalisierung[15], die sich auf zwei Ebenen abspielen kann. Zum einen gibt es wechselseitige narrative Bezugnahmen. Wären Muslim*innen in ihrem Alltag nicht mit Vorurteilen, Fremdzuschreibungen oder gar rassistisch motivierter Gewalt konfrontiert, gäbe es auch weniger Anlass zur Sorge vor Diskriminierung. Die Viktimisierungsdiskurse islamistischer Akteure könnten ohne Erfahrungen von Ausgrenzung, Marginalisierung und Rassismus kaum so stark verfangen. Die Wechselwirkung funktioniert aber auch umgekehrt: Ohne islamistische Gewaltakte und Terroranschläge wären die Bedrohungs- und Angstdiskurse der extremen Rechten im Sande verlaufen. Die Präsenz des Islamismus verschafft den Bedrohungsnarrativen der extremen Rechten in den Augen vieler Bürger einen gewissen Realitätsgehalt, wovon ja auch die Wahlerfolge der AfD zeugen.

Zum anderen kann es zu einem direkten Aufeinandertreffen radikalisierter Gruppen kommen, was ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt. Einen ersten Vorgeschmack lieferten die vergangenen Straßenschlachten zwischen gewaltbereiten Salafisten und Hooligans.

Erfolgt dieses gegenseitige Hochschaukeln eher zufällig oder wird es gezielt vorangetrieben? 

Man muss bedenken, dass die Strategen und Vordenker beider Seiten Polarisierungsunternehmer sind. Sie kalkulieren die Reaktionen der Gegenseite und die Schockwellen, die sie in die Gesellschaft senden, sehr bewusst mit ein. Hierfür zwei anekdotische Beispiele: Vor sechs Jahren verhinderte die Polizei die Pläne einer rechtsterroristischen Gruppe, die mehrere Anschläge auf Moscheen in Deutschland verüben wollte. Ihr Ziel war es, ethnische Konflikte und bürgerkriegsähnliche Zustände zwischen Muslim*innen und Nicht-Muslim*innen auszulösen und so das verhasste System der Bundesrepublik zu destabilisieren.[16] Auch der anderen Seite sind solche zynischen Gedankenspiele nicht fremd: Die verheerenden Terroranschläge des sogenannten Islamischen Staates in europäischen Städten hatten – wie ihre Strategiepapiere zeigen – das Ziel, das Misstrauen zwischen Muslim*innen und Nicht-Muslim*innen zu vertiefen, rechtsextreme Parteien zu stärken und staatliche Gegenschläge zu provozieren.[17] Das Kalkül: Ihre Viktimisierungsdiskurse, in denen Muslime stets als Opfer des „islamfeindlichen Westens" erscheinen, können so besonders leicht verfangen. Die Frage ist also: Sind die beiden Lager – wie in einer Art Hassliebe – am Ende nicht sogar aufeinander angewiesen?

Ist die Hinwendung zum Islamismus also auch aus Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen zu erklären, die Muslim*innen in Deutschland machen?

Menschen, die sich Anfeindungen und Abwertung ausgesetzt sehen, verfügen über unterschiedliche Strategien, um ein positives Selbstbild zu wahren. Eine davon ist die Hinwendung zu Religionsgemeinschaften, die im Angesicht von Diskriminierung eine Rückzugsoption bieten. Sie stärken das Selbstwertgefühl ihrer Mitglieder, indem sie einen identitätsstiftenden Rahmen bereitstellen, und damit einen Weg, das Gefühl kollektiver Abwertung gegen Anerkennung einzutauschen. Je stärker und dauerhafter Unsicherheitsgefühle sind, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sich Personen fundamentalistischen Gruppen anschließen.[18] Diskriminierungserfahrungen führen natürlich nicht in allen Fällen zu einer Hinwendung zum Islamismus – aber es wäre äußerst naiv zu glauben, dass die Verlockungen des Islamismus gar nichts mit Diskriminierungserfahrungen und der Muslimfeindlichkeit in Deutschland zu tun hätten.[19]

Daraus folgt, dass das gesellschaftliche Radikalisierungspotenzial nicht als Randphänomen abgetan werden darf, da die zugrundeliegenden Einstellungen sowohl in der Mehrheitsgesellschaft als auch in muslimischen Gemeinschaften breit verankert sind?

Wir haben die Verbreitung solcher Einstellungen jüngst in einer Studie, untersucht und die Zahlen sind ernüchternd.[20] Fast die Hälfte der deutschen Bevölkerung empfindet „die" Muslime als bedrohlich; ein Viertel sorgt sich konkret, Opfer islamistischer Gewalt zu werden. Diese Bedrohungswahrnehmungen färben auf die Wahrnehmung der Muslime ab: Über 40 Prozent halten sie für eine Art ‚fünfte Kolonne‘ des Islamismus, die an der Islamisierung des Westens arbeitet, die Scharia einführen will und mit Terror sympathisiert. Die Vermutung, dass diese Vorurteile zu einer Einstiegsdroge in den Rechtsextremismus werden können, ist nicht abwegig: Knapp 30 Prozent wünschen sich ein stärkeres Nationalgefühl und ein energisches Durchsetzen deutscher Interessen. Die allermeisten Befragten bekennen sich zur Demokratie, aber: 15 Prozent liebäugeln mit einem völkischen Ein-Parteien-Regime und 7 Prozent mit einem „starken Führer", der mit harter Hand regiert. Auch eine gewisse gesellschaftliche Verrohung zeigt sich: 8 Prozent äußern Verständnis für islamkritische Gruppierungen, selbst wenn diese Gewalt anwenden. Spätestens hier gehört „Islamkritik" in Anführungszeichen.

An Muslimen geht dieses gesellschaftliche Klima natürlich nicht spurlos vorbei – wobei ich vorwegschicken will, dass die Befragung nicht repräsentativ ist und die Zustimmungswerte in der Realität nach oben unten abweichen könnten. Dessen unbenommen zeichnen die Zahlen ein Stimmungsbild, das man ernst nehmen sollte: Mehr als die Hälfte der von uns befragten Muslime hat den Eindruck, in Deutschland unerwünscht zu sein; ein Drittel macht das wütend, und rund ein Viertel reagiert darauf mit einer Vermeidungsstrategie – man hält sich, so gut es geht, nur noch unter Glaubensgeschwistern auf. Psychologisch ist das nachvollziehbar, doch kann dieser Rückzug Kontakt mit fundamentalistischen Strömungen des Islam bringen. Bei dieser Ideologie handelt es sich zudem nicht um ein Randphänomen: Mehr als die Hälfte der Befragten glaubt, es gebe nur eine wahre Religion, fast die Hälfte stellt religiöse Regeln über deutsche Gesetze, und rund ein Drittel sieht allein im Islam die Lösung zeitgenössischer Probleme.

Das gilt auch für den Antisemitismus – die Zustimmungswerte fallen in unserem Sample doppelt so hoch aus wie im gesamtgesellschaftlichen Durchschnitt, auch wenn zu betonen ist, dass es sich nicht um eine Mehrheitsmeinung handelt. 86 Prozent der befragten Muslime halten die Demokratie für das beste System für unsere Gesellschaft; aber auch hier gibt es einen Flirt mit autoritären Systemalternativen, und 14 Prozent akzeptieren Gewalt, wenn sie der muslimischen Gemeinschaft dient.

Was folgt aus diesen Erkenntnissen für die Prävention und Verhinderung islamistischer und muslimfeindlicher Radikalisierungsprozesse?

Erst einmal bleiben Gesetzesverstöße und Gewalt eine Selbstermächtigung radikalisierter Individuen und Gruppen. Sie entstehen aber nicht in einem gesellschaftlichen Vakuum und das sie umgebende Gesellschaftsklima könnte sie dazu veranlassen, sich als Vollstrecker einer Mehrheitsmeinung zu inszenieren. Man kann zumindest nicht behaupten, dass zwischen ihren Positionen und denen in der Mehrheitsgesellschaft beziehungsweise muslimischen Gemeinschaften keinerlei Überschneidungen bestehen. Da sich islamistische und muslimfeindliche Radikalisierung gegenseitig befeuern, brauchen wir mehr Präventionsansätze, die diese Wechselwirkung mitdenken. Wer Islamismus und Muslimfeindlichkeit weiterhin wie zwei unabhängige Baustellen behandelt, übersieht, dass sich beide Seiten gegenseitig die Munition liefern – Prävention muss diesen Kreislauf als Ganzes angehen.


Anmerkungen:

[1] Meiering, David/Dziri, Aziz/Foroutan, Naika/Teune, Simon/Lehnert, Esther/Abou Taam, Marwan, Brückennarrative - Verbindende Elemente für die Radikalisierung von Gruppen, PRIF Report, 7 (2018), https://www.prif.org/publikationen/publikationssuche/publikation/brueckennarrative-verbindende-elemente-fuer-die-radikalisierung-von-gruppen (19.09.2026)

[2] Beyer, Heiko, Theorien des Antisemitismus: Eine Systematisierung, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 67 (2015) 3, S. 573-589.

[3] Holz, Klaus, Die antisemitische Konstruktion des „Dritten" und die nationale Ordnung der Welt, in: Christina van Braun/Eva-Maria Ziege (Hrsg.), Das „bewegliche" Vorurteil: Aspekte des internationalen Antisemitismus, Würzburg 2004, S. 43-61.

[4] Decker, Oliver/Kiess, Johannes/Heller, Ayline/Brähler, Elmar (Hrsg.), Vereint im Ressentiment. Autoritäre Dynamiken und rechtsextreme Einstellungen, Gießen 2024.

[5] Kiefer, Michael, Islamischer, islamistischer oder islamisierter Antisemitismus?, in: Die Welt des Islams 46 (2006) 3, S. 277-306.

[6] Öztürk, Cemal/Pickel, Gert, Antisemitismus unter Muslim*innen: Sozialisation, religiöse Tradierung oder herkunftsübergreifendes Feindbild des islamischen Fundamentalismus, in: Zeitschrift für Religion, Gesellschaft und Politik 9 (2025), S. 109-153.

[7] Neumann, Peter R., Ist Islamismus links oder rechts?, Süddeutsche Zeitung 2026, https://www.sueddeutsche.de/kultur/terror-islamismus-links-rechts-debatte-li.3529678?reduced=true (19.09.2026).

[8] Pickel, Gert/Yendell, Alexander, Religion als konfliktärer Faktor im Zusammenhang mit Rechtsextremismus, Muslimfeindschaft und AfD-Wahl, in: Decker, Oliver/Brähler, Elmar (Hrsg.), Flucht ins Autoritäre. Rechtsextreme Dynamiken in der Mitte der Gesellschaft, Gießen 2018, S. 217–242.

[9] Alternative für Deutschland, Programm für Deutschland. Das Grundsatzprogramm der Alternative für Deutschland, https://www.afd.de/wp-content/uploads/2023/05/Programm_AfD_Online_pdf (19.09.2026)

[10] Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Muslimfeindlichkeit, Muslimfeindlichkeit - eine deutsche Bilanz, https://www.deutsche-islam-konferenz.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Studien/uem-abschlussbericht.html (19.09.2026)

[11] Häusler, Alexander, Feindbild Moslem: Türöffner von Rechtsaußen in die Mitte?, in: Gideon Botsch/Olaf Glöckner/Christoph Kopke/Michael Spieker (Hrsg.), Islamophobie und Antisemitismus – ein umstrittener Vergleich, Berlin/Boston 2012, S. 169-190.

[12] Abay Gaspar, Hande/Daase, Christopher/Deitelhoff, Nicole/Junk, Julian/Sold, Manjana, Was ist Radikalisierung? Präzisierungen eines umstrittenen Begriffs, PRIF Report 5 (2018), https://www.prif.org/publikationen/publikationssuche/publikation/was-ist-radikalisierung-praezisierungen-eines-umstrittenen-begriffs (19.09.2026)

[13] Kruglanski, Arie W./ Belangér, Jocelyn J./ Gunaranta, Rohan, The three pillars of radicalization. Needs, narratives, and networks, Oxford, 2019.

[14] Verfassungsschutz Baden-Württemberg, Islamismus und Drogen: Das ambivalente Verhältnis zwischen Verbot und Nutzbarmachung, https://www.verfassungsschutz-bw.de/,Lde/Islamismus+und+Drogen_+Das+ambivalente+Verhaeltnis+zwischen+Verbot+und+Nutzbarmachung (19.09.2026)

[15] Für Informationen über das RIRA-Projekt (Radikaler Islam vs. Radikaler Anti-Islam) siehe: https://www.radis-forschung.de/projekte/rira (19.09.2026).

[16] Bundesministerium des Innern und für Heimat, Verfassungsschutzbericht 2022, https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/publikationen/DE/verfassungsschutzberichte/2023-06-20-verfassungsschutzbericht-2022.html (19.09.2029).

[17] Turner, John, Manufacturing the jihad in Europe: the islamic state’s strategy, in: The International Spectator. Italian Journal of International Affairs 55 (2020), S. 112–125.

[18] Hogg, Michael A./Adelmann, Janice R./Blagg, Robert D., Religion in the face of uncertainty: An uncertainty-identity theory account of religiousness, in: Personality and Social Psychology Review 14 (2010), S. 72–83.

[19] Uslucan, Hacı-Halil/ Kaya, Fatih Kaya/Söylemez, Seçkin, Diskriminiert-desintegriertradikalisiert? Über einige Fallstricken der Opfer-Täter-Konstruktionen am Fallbeispiel junger türkeistämmiger Muslime, in: Susanne Pickel et al. (Hrsg.), Gesellschaftliche Ausgangsbedingungen für Radikalisierung und Co-Radikalisierung, Wiesbaden 2023, S. 293-320.

[20] Öztürk, Cemal/Pickel, Susanne, Die Gefahr der Co-Radikalisierung: Wie sich Muslimfeindlichkeit und Islamismus in Deutschland wechselseitig verstärken, in: Zeitschrift für Religion, Gesellschaft und Politik 8 (2024) 2, S. 197-239.



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