/ 05.06.2013
amnesty international
Jahresbericht 1999
Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch Verlag 1999; 608 S.; 19,90 DM; ISBN 3-596-14445-0Für den Jahresbericht obligatorisch ist die "Länderübersicht" über die Entwicklungen der Menschenrechtssituation in den verschiedenen Ländern dieser Welt (Berichtszeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 1998). Darüber hinaus liegt der inhaltliche Schwerpunkt auf drei Beiträgen, die diesmal systematischen Themen gewidmet sind: Das erste Thema, ein "Standardthema" von ai, hat die Unvereinbarkeit der Todesstrafe mit einem menschenrechtlichen Anspruch, wie er z. B. von den USA erhoben wird, zum Inhalt; dagegen wird von ai v. a. die Sinnlosigkeit und Grausamkeit der Todesstrafe angeführt und mit einer Reihe von Einzelbeispielen belegt. Gut dokumentiert ist auch das zweite Thema, bei dem es um staatliche Maßnahmen zur Einschränkung des Schutzes für Flüchtlinge geht, z. B. durch die Inhaftierung von Asylsuchenden. Schließlich wird von ai ein kritischer Blick auf "Rhetorik und Wirklichkeit" (67) von internationalen Organisationen geworfen, deren eigener Anspruch, unbeeinflußt von Regierungsvorgaben zu sein, nicht immer der Realität entspricht.
Oliver Lembcke (OL)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.42 | 4.3
Empfohlene Zitierweise: Oliver Lembcke, Rezension zu: amnesty international: Jahresbericht 1999 Frankfurt a. M.: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8070-jahresbericht-1999_10669, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10669
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Dr., Politikwissenschaftler.
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