/ 04.06.2013
Anton Pelinka
Jaruzelski oder die Politik des kleineren Übels. Zur Vereinbarkeit von Demokratie und leadership
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1996; 286 S.; brosch., 84,- DM; ISBN 3-631-49893-4Die Person des polnischen Generals, Premierministers und Präsidenten nimmt Pelinka als ein Fallbeispiel für die grundsätzliche Frage, ob sich politische Führung und Demokratie miteinander vereinbaren lassen. Pelinkas erste These dazu lautet, "daß politische Führung immer heißt, zwischen mehreren erkennbaren Übeln das kleinste auswählen zu müssen". Die zweite besagt, "daß Demokratie mit innerer Logik dazu führt, den Spielraum jeder politischen Führung mehr und mehr einzuengen und schließlich zu zerstören" (12). So zeigte sich leadership bei dem Systemwandel in Südafrika von der Apartheid zur Demokratie im Handeln der Personen de Klerk und Mandela. Eine Stabilisierung der Demokratie wäre jedoch erst dann erreicht, wenn sie "keine Heroen mehr braucht" (99). Über den Fall Jaruzelskis hinaus liefert Pelinka eine wahre Fundgrube an historischen Beispielen und theoretischen Überlegungen zum Komplex leadership.
Stefan Lembke (SL)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.24 | 2.62 | 5.41
Empfohlene Zitierweise: Stefan Lembke, Rezension zu: Anton Pelinka: Jaruzelski oder die Politik des kleineren Übels. Frankfurt a. M. u. a.: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/4386-jaruzelski-oder-die-politik-des-kleineren-uebels_6164, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 6164
Rezension drucken
M. A., Politikwissenschaftler.
CC-BY-NC-SA