/ 18.06.2013
Barbara Driessen
"Mahatma" Gandhi als Journalist: Mit der Waffe der Publizität. Der "Salzmarsch" von 1930 als moderne Medieninszenierung
Frankfurt a. M.: IKO-Verlag für Interkulturelle Kommunikation 2002; 329 S.; 22,80 €; ISBN 3-88939-641-0Philosoph. Diss. Dortmund. - Wenn heute Greenpeace in spektakulären Aktionen ein gigantisches Medienecho auslöst und in der Folge die öffentliche Meinung massiv beeinflusst, ist das keine besonders innovative Herangehensweise: Bereits 1930, so die These der Autorin, inszenierte Mohandas Karamchand Gandhi, der hierzulande als Mahatma Gandhi bekannt geworden ist, als einer der ersten ein mediales Ereignis, um damit seine politischen Ziele durchzusetzen: Der so genannte Salzmarsch von 1930, mit dem Gandhi gegen das britische Salzmonopol in Indien protestierte, fand in der Presse weltweite Beachtung, löste einen gigantischen Massenprotest in Indien aus und brachte letztlich die gesamte britische Kolonialpolitik ins Wanken. Die sehr gut verständliche Arbeit zeichnet die Entstehung, Durchführung und die politischen Konsequenzen der Aktion nach, analysiert die Presseberichterstattung dazu und arbeitet insbesondere deren Anteil an den politischen Ereignissen heraus.
Inhaltsübersicht: Medieninszenierung als Mittel der Macht; Europäischer Kolonialismus um 1930; Die Presse der untersuchten Länder um 1930; Die indische Unabhängigkeitsbewegung unter Gandhi; Die Berichterstattung über Gandhis Salzkampagne in der zeitgenössischen internationalen Presse.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.22 | 2.68
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Barbara Driessen: "Mahatma" Gandhi als Journalist: Mit der Waffe der Publizität. Frankfurt a. M.: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17970-mahatma-gandhi-als-journalist-mit-der-waffe-der-publizitaet_20745, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 20745
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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