/ 21.06.2013
Sven Schaller
Marginalität und Agrarreform in Peru. Eine Kritik der Size-Yield-Inverse und der politischen Implikationen
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2007 (Nomos Universitätsschriften 142); 320 S.; brosch., 58,- €; ISBN 978-3-8329-2602-1Diss. Leipzig; Gutachter: H. Elsenhans, T. Bergmann. – Schaller greift die Diskussion über die Struktur der Landwirtschaft in den Ländern der sogenannten Dritten Welt auf. Viele Entwicklungsmodelle suggerierten, dass zur Überwindung von Unterentwicklung eine Redistribution von Grund und Boden zugunsten von privaten Kleinbetrieben notwendig sei, da diese angeblich eine höhere Produktivität ausweisen würden als größere Produktionseinheiten. Mithilfe einer ökonomischen Analyse und am Beispiel der Agrarreform in Peru zeigt der Autor, dass die Umverteilung von Land die Situation der armen Landbewirtschafter nicht verbessert. Die Kleinstbetriebe seien keineswegs produktiver als es die Großbetriebe vor der Agrarreform waren. Somit stellt er die „ökonomische Ratio des bisherigen Entwicklungsmodells zur Durchführung einer Agrarreform unter Gründung von privatem Kleinbesitz in Frage“ (295). Die wichtigste politische Implikation aus den Ergebnissen sei die, dass sich Armut in den unterentwickelten Ländern am besten durch die Schaffung von privatwirtschaftlichen Genossenschaften zurückdrängen lasse – zudem scheine dieses Entwicklungsmodell geeignet, eine Demokratisierung in Gang zu setzen.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.65 | 2.22 | 2.262 | 2.68 | 4.44
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Sven Schaller: Marginalität und Agrarreform in Peru. Baden-Baden: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27950-marginalitaet-und-agrarreform-in-peru_32839, veröffentlicht am 03.12.2007.
Buch-Nr.: 32839
Inhaltsverzeichnis
Rezension drucken
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
CC-BY-NC-SA