/ 04.06.2013
Stefan Aust
Mauss. Ein deutscher Agent
München: Goldmann 1999; 476 S.; akt. Ausgabe; 19,90 DM; ISBN 3-442-12957-5Die Originalausgabe dieses Buches erschien schon vor elf Jahren. In der aktualisierten Taschenbuchfassung hat der jetzige Chefredakteur des Spiegels ein Kapitel über die weiteren Operationen des geheimnisvollen, aber mittlerweile enttarnten Mauss angefügt. Im wesentlichen geht es dort um den Versuch, Geiseln in Kolumbien zu befreien, wobei Mauss aufflog. Sein Konterfei war bald in allen Zeitungen zu sehen. Aust schildert die ganze Aktion in gewohnt leserfreundlicher journalistischer Manier, ohne präzise Quellenangaben oder Fußnoten. Schon zur Zeit der Erstveröffentlichung des Buchs war es erschreckend zu lesen, wie sich bundesdeutsche politische Institutionen und Wirtschaftsunternehmen der Dienste eines dubiosen "Spezialagenten" versichert hatten, um geheime Operationen durchführen zu lassen. Daß jedoch auch in den Folgejahren immer wieder Verbrechensbekämpfung jenseits des Rechtsstaates unter Verknüpfung von staatlichen und privaten Interessen erfolgte und dabei allzu häufig der Name Mauss fiel, gibt doch sehr zu denken.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.21 | 2.3
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Stefan Aust: Mauss. München: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/4240-mauss_5973, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 5973
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M. A., Politikwissenschaftler.
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