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/ 21.06.2013
Dieter Janssen

Menschenrechtsschutz in Krisengebieten. Humanitäre Interventionen nach dem Ende des Kalten Krieges

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2008; 372 S.; kart., 39,90 €; ISBN 978-3-593-38743-7
Mit dem Ende des Kalten Krieges wuchs die Hoffnung auf eine weltweite Demokratisierung und auf universellen Frieden. Tatsächlich aber brachen in verschiedenen Regionen der Welt Bürgerkriege aus, in denen vorrangig die Zivilbevölkerung zum Opfer der Kämpfe wurde. Dies machte nicht nur neue sicherheitspolitische Instrumente, sondern eine vollständige funktionale und auch rechtliche Neuorientierung regionaler wie internationaler Sicherheitsinstitutionen notwendig. Indem zunehmend innenpolitische Ereignisse als Bedrohungen des internationalen Friedens und der Sicherheit gemäß der VN-Charta definiert wurden, schuf sich die internationale Gemeinschaft die Grundlage für „humanitäre Interventionen“ in zahlreiche Staaten. Dieter Janssen ist Dozent am Philosophischen Institut der RWTH Aachen und gibt mit seinem Band einen ausführlichen Überblick über sämtliche humanitäre Interventionen nach dem Ende des Kalten Krieges, wie unter anderem in Ruanda, Somalia, Darfur oder dem Kosovo. Zudem zeigt er auf, welche politischen Debatten im Vorfeld dieser Interventionen geführt wurden: Sind derartige Militäreinsätze zum Schutz von Menschenrechten z. B. mit der internationalen Friedensordnung vereinbar? Und wie lässt sich grundsätzlich die Legitimität eines solchen Eingreifens in staatliche Souveränitätsrechte begründen? Der Autor bleibt jedoch nicht dabei stehen, sondern arbeitet vor dem Hintergrund der Interventionen der vergangenen 15 Jahre einige wichtige Probleme heraus, deren Behandlung über Erfolg oder Misserfolg einer solchen Mission entscheiden können: der schwankende und fragile politische Wille zur Intervention, die unzureichende und zeitlich unangemessene Bereitstellung der notwendigen Ressourcen, fehlende oder nicht ausreichende militärische Kapazitäten und schließlich der grundsätzliche Unwille vieler Regierungen, völkerrechtlichen Prinzipien durch ihr Handeln Geltung zu verschaffen.
Markus Kaim (MK)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
Rubrizierung: 4.414.422.252.682.632.672.612.65 Empfohlene Zitierweise: Markus Kaim, Rezension zu: Dieter Janssen: Menschenrechtsschutz in Krisengebieten. Frankfurt a. M./New York: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29987-menschenrechtsschutz-in-krisengebieten_35541, veröffentlicht am 20.01.2009. Buch-Nr.: 35541 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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