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/ 22.06.2013
Elena Torreguitar

National Liberation Movements in Office. Forging Democracy with African Adjectives in Namibia

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2009 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XXXI, Politikwissenschaft 567); 504 S.; pb., 74,50 €; ISBN 978-3-631-57995-4
Diss. Boston; Gutachter: E. Bustin. – Gegenstand der Arbeit ist der Zusammenhang zwischen den Befreiungsbewegungen gegen die Kolonialmächte in den Ländern des südlichen Afrikas und den daraufhin etablierten autoritären Demokratien, die die Autorin als typisch afrikanische Version von Demokratie versteht. Anhand des Fallbeispiels der South West Africa People’s Organization (SWAPO) in Namibia wird verdeutlicht, dass die Anführer solcher Bewegungen während ihres Exils autoritäre Strukturen geschaffen haben. Dabei wird betont, wie diese Personen nach der Unabhängigkeit als gewählte demokratische Repräsentanten ihre entsprechenden Erfahrungen und Verhaltensweisen in das neue demokratische System integriert haben. Die Untersuchung basiert auf Interviews mit Namibiern, die kurz nach der Unabhängigkeit in den Jahren zwischen 1990-1994 durchgeführt wurden. Mit dieser Methode werden die große Bandbreite, die Hintergründe und verschiedene Perspektiven von Anhängern der SWAPO dargestellt, um ein Verständnis für den Aufbau, die Funktionsweise und die Gründe für den Erfolg der Organisation zu schaffen. Die Autorin erläutert, dass der repressive Umgang mit interner Kritik und Opposition sowie die strenge Kontrolle der Mitglieder die Einheit der Partei gewährleisten und somit das Überleben und den Erfolg garantieren sollte. Damit wird exemplarisch der typische Charakter solcher Bewegungen als vertikale Organisationen betont. Dann werden in einem Vergleich zwischen Angola, Mosambik, Simbabwe, Südafrika und Namibia die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Friedensprozesse analysiert und trotz autoritärer Züge wird auf den Modellcharakter der namibischen Transition und heutigen Demokratie verwiesen. Ziel der Studie ist es, die Ursachen und Wirkungsweisen der autoritären Demokratien in Afrika und die antikolonialen Befreiungsbewegungen als deren Ausgangspunkt zu verstehen. Durch den detaillierten und ausführlichen Einblick in die Geschichte der SWAPO liefert das Buch eine nachvollziehbare These und Erklärung für das afrikanische Demokratieverständnis.
Stefanie Kolodziej (SKK)
Studentin, Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft, Ludwig-Maximilians-Universität München.
Rubrizierung: 2.672.22.224.34.41 Empfohlene Zitierweise: Stefanie Kolodziej, Rezension zu: Elena Torreguitar: National Liberation Movements in Office. Frankfurt a. M. u. a.: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32134-national-liberation-movements-in-office_38330, veröffentlicht am 04.05.2010. Buch-Nr.: 38330 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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