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/ 22.06.2013

Ordnung ins spontane Chaos!

Björn Klimek

Ordnung ins spontane Chaos! Regulationstheorie regional, national, global

Marburg: Tectum Verlag 2010; 198 S.; pb., 24,90 €; ISBN 978-3-8288-2337-2
Magisterarbeit Hannover. – Die Globalisierung werde von den Wirtschaftswissenschaften anhand verengter Schablonen beschrieben, schreibt der Autor. Die im Kontext des Fordismus entstandene Regulationstheorie sei hingegen aus politikwissenschaftlicher Perspektive weitaus besser geeignet, um darzustellen, „dass alle Märkte genuin schon politische und politisch installierte sind“ (8). Klimek versteht seine Arbeit in diesem Sinne als „Plädoyer für den Einsatz einer Politischen...
Björn Klimek

Ordnung ins spontane Chaos! Regulationstheorie regional, national, global

Marburg: Tectum Verlag 2010; 198 S.; pb., 24,90 €; ISBN 978-3-8288-2337-2
Magisterarbeit Hannover. – Die Globalisierung werde von den Wirtschaftswissenschaften anhand verengter Schablonen beschrieben, schreibt der Autor. Die im Kontext des Fordismus entstandene Regulationstheorie sei hingegen aus politikwissenschaftlicher Perspektive weitaus besser geeignet, um darzustellen, „dass alle Märkte genuin schon politische und politisch installierte sind“ (8). Klimek versteht seine Arbeit in diesem Sinne als „Plädoyer für den Einsatz einer Politischen Ökonomie“ (19), um aufzuzeigen, auf welche Weise Politik, Ökonomie und Gesellschaft schon immer aufeinander bezogen sind. Allerdings gehöre der Fordismus der Nachkriegszeit eindeutig der Vergangenheit an und so bedürfe es, schreibt Klimek weiter, dringend einer Reformulierung der Regulationstheorie, die sie von den fordismustypischen Konfigurationen löse. Er lehnt sich dafür theoretisch stark an den Historischen Materialismus an und plädiert dafür, „das politische Gemeinwesen einer kapitalistischen Gesellschaft aus den Produktionsverhältnissen herzuleiten“ (44). So argumentiert er, dass kapitalistische Verhältnisse sich nur dann herausbilden könnten, wenn die physische Zwangsgewalt an den Staat delegiert werde. Auf diese Art würde dann auch die „Rolle des Staates im Ausbeutungsprozess“ (47) verschleiert – dabei müsse der steuerfinanzierte Staat ein genuines Interesse am Akkumulationsprozess haben. Von der staatlichen Ebene abstrahierend entwirft Klimek für den globalen Kapitalismus ein Modell, das auf folgender Annahme beruht: Wenn sich das Kapital sowohl räumlich als auch zeitlich in verschiedenen Sphären bewege, müsse dies auch grundsätzlich für das Regulationssystem gelten. Dafür nutzt der Autor den Begriff der multiskalaren Regulation. Der Skalenbegriff steht für den Bezug von sozialen Interessen auf verschiedene räumliche Ebenen und „die Scale nicht für einen materiellen Raum, sondern eher für eine immaterielle Ebene der Interessenartikulation“ (134). Jene multiskalare Perspektive ist für Klimek das zentrale Merkmal der politischen Form des globalisierten Kapitalismus.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.24.43 Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Björn Klimek: Ordnung ins spontane Chaos! Marburg: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32963-ordnung-ins-spontane-chaos_39378, veröffentlicht am 09.11.2010. Buch-Nr.: 39378 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA