/ 21.06.2013
Ralf Kleinfeld / Harald Plamper / Andreas Huber (Hrsg.)
Regional Governance. Band 1. Steuerung, Koordination und Kommunikation in regionalen Netzwerken als neue Formen des Regierens
Göttingen: V&R unipress 2006 (Veröffentlichung des Universitätsverlages Osnabrück bei V&R unipress); 424 S.; geb., 56,- €; ISBN 978-3-89971-305-3Angesichts des internationalen Standortwettbewerbs, angespannten Haushaltslagen und des demografischen Wandels setzen Akteure aus dem politisch-administrativen, privatwirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Sektor immer häufiger auf neue Formen der Zusammenarbeit. Diese konstituieren sich entlang regionaler Problemfelder und gehen über administrativ definierte Zuständigkeiten und Raumgrenzen hinaus. Mit den aus einer Tagung in Osnabrück hervorgegangenen Aufsätzen sollen exemplarisch erfolgreiche Modelle regionaler Kooperation vorgestellt und Erfolgsfaktoren identifiziert werden. „Good regional governance“ wird als ökonomisch erfolgreiche Regionalentwicklung verstanden; legitimatorische oder moralisch richtige Konzeptionen von „good“ spielen empirisch und theoretisch nur eine Nebenrolle. Im Zentrum stehen mehr als 30 Fallbeispiele regionaler Netzwerke in Deutschland und Europa, die sich um die Handlungsfelder Regionalmarketing, Infrastrukturplanung, ökonomischer Strukturwandel und Verwaltungsmodernisierung gruppieren. Ihre Darstellung folgt allgemeinen Leitfragen nach der Entstehung und Funktionsweise derartiger Netzwerke, ihrer Verstetigung und Nachhaltigkeit sowie vorherrschenden Kommunikationsformen. Im ersten Band werden Analyseraster vorgestellt und Typologisierungen vorgenommen, auf die in den Fallstudien jedoch nicht zurückgriffen wird. Die Beiträge im zweiten Band setzen sich mit der Rolle von Unternehmen, NGOs sowie der EU in regionalen Kooperationen auseinander und ergründen, inwiefern diese Lernprozesse und Innovationen begünstigen. Die zwei anregenden und an Material reichen Bände vermitteln eine differenzierte Perspektive durch den wissenschaftlichen Dialog mit Experten aus Verwaltung oder Regionalmarketing (die allerdings zu Eigenlob und Standortwerbung neigen). In ihrem Fazit empfehlen die Herausgeber, Regional Governance als Managementaufgabe zu verstehen und entsprechende Instrumente einzusetzen. Es gelingt ihnen jedoch nur ansatzweise, Konstellationen für erfolgreiche Regionalpartnerschaften herauszuarbeiten, zu vielfältig sind die analysierten Beispiele.
Oliver Fritsch (OF)
M. A., Politikwissenschaftler, wiss. Mitarbeiter, National Environmental Research Institute, Universität Aarhus/Dänemark.
Rubrizierung: 2.2 | 2.21 | 2.325 | 2.61 | 2.5 | 3.5
Empfohlene Zitierweise: Oliver Fritsch, Rezension zu: Ralf Kleinfeld / Harald Plamper / Andreas Huber (Hrsg.): Regional Governance. Band 1. Göttingen: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26727-regional-governance-band-1_31177, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 31177
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M. A., Politikwissenschaftler, wiss. Mitarbeiter, National Environmental Research Institute, Universität Aarhus/Dänemark.
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