/ 04.06.2013
Ahti Jäntti / Marion Holtkamp (Hrsg.)
Schicksalsschwere Zeiten. Marschall Mannerheim und die deutsch-finnischen Beziehungen 1939-1945. Vorträge des am Finnland-Institut in Deutschland, Berlin, abgehaltenen Symposiums vom 16. Oktober 1995
Berlin: Berlin Verlag Arno Spitz GmbH 1997 (Schriftenreihe des Finnland-Instituts in Deutschland 1); 102 S.; kart., 19,80 DM; ISBN 3-87061-686-5Marschall Mannerheim war nicht nur an der finnischen Unabhängigkeit von 1917 beteiligt, er brachte es auch zu Wege, daß Finnland in wechselnden Koalitionen den Zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet überstand. Der finnisch-sowjetische Winterkrieg kostete nicht die Unabhängigkeit Finnlands - und das gegen eine übermächtige sowjetische Armee, die erst mit 60 Divisionen gegen die neun finnischen Divisionen zu eindeutigen militärischen Erfolgen kam. Schon vor dem deutschen Überfall auf die UdSSR drückte Mannerheim das diplomatische Zusammengehen mit dem Deutschen Reich durch, einzig zu dem Zweck, um von der Sowjetunion die im Winterkrieg verlorenen Gebiete zurückzuholen. Nach dem finnisch-sowjetischen Waffenstillstand im September 1944, der nach schweren Kämpfen zustande gekommen war, erfolgte ein weiterer außenpolitischer Kurswechsel, der in den Lappland-Feldzug mündete, als die finnische Armee gemäß den Moskauer Verabredungen die deutschen Einheiten aus dem Norden Finnlands vertreiben sollte. Aus den Beiträgen des Symposiums läßt sich die Rolle des Marschalls gut ablesen: Mannerheim, Offizier und ab September 1944 auch Präsident des demokratischen Finnland, war bei allem Wohlwollen gegenüber dem totalitären Deutschland politischer Realist, der es zu Wege brachte, Finnland möglichst unbeschadet aus dem Zweiten Weltkrieg hinauszubringen. Die vorliegenden Hauptreferate werden jeweils von einem Kommentar begleitet.
Inhalt: I. Mauno Jokipii: Finnland und der Zweite Weltkrieg – eine historische Ortsbestimmung (15-34); Bernd Wegner: Kommentar (35-40). II. Ohto Manninen: Die deutsch–finnische "Waffenbrüderschaft" – Realität oder Mythos? (41-51); Hansgeorg Biedermann: Kommentar (52-59). III. Manfred Menger: Mannerheim – der Retter Finnlands? (60-71); Sampo Ahto: Kommentar (72-75). Besuch Hitlers bei Mannerheim am 4.6.1942. Mitschnitt des finnischen Rundfunks (76-87).
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 4.22 | 4.21 | 2.61 | 2.62
Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Ahti Jäntti / Marion Holtkamp (Hrsg.): Schicksalsschwere Zeiten. Berlin: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5206-schicksalsschwere-zeiten_6832, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 6832
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Dr., Historiker.
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