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/ 04.06.2013
Rolf Steininger

Südtirol im 20. Jahrhundert. Vom Leben und Überleben einer Minderheit

Innsbruck/Wien: Studien Verlag 1997; 619 S.; 79,- DM; ISBN 3-7065-1233-5
"Wie in einem Brennglas findet sich in der Geschichte [... Südtirols] die Geschichte des 20. Jahrhunderts wieder." (9) Südtirol weist eine wechselvolle, oft fremdbestimmte Entwicklung auf, die z. T. auch das impliziert, was wir heute "ethnische Säuberung" nennen würden. Erst seit den sechziger Jahren - seitdem die "Südtirolfrage" vor den Vereinten Nationen behandelt wurde - scheint diese Region zur Ruhe gekommen zu sein. Steininger, Leiter des Instituts für Zeitgeschichte an der Universität Innsbruck, hat zu diesem Thema eine Studie vorgelegt. Sie enthält einerseits - z. T. in Mitherausgeberschaft des Autors - bereits veröffentlichte Informationen, andererseits Erkenntnisse neuerer Recherche durch Steininger, auch aus bislang nicht zugänglichen Quellen (11). Die Darstellung beginnt mit dem Ende des Ersten Weltkriegs, da es erst seit diesem Zeitpunkt das gebe, was unter "Südtirolfrage" verstanden werde (11). Unter "Minderheit" versteht der Autor die deutschsprachigen Südtiroler in Italien, auch wenn sie in Südtirol selbst in der Mehrheit waren und sind (11). Das ausführliche Buch schließt mit einem über vierzigseitigen Anhang, der neben Literaturhinweisen, einem Personenregister, einer Zeittafel unter anderem ein "Bibliographisches Essay" sowie "Fragen und Thesen" beinhaltet. Inhaltsübersicht: I. November 1918-Juli 1919: Die Militärregierung; II. 1918/19: Die Teilung Tirols; III. Die Entwicklung bis zur Machtergreifung der Faschisten 1922; IV. 1922-1926: Die Entnationalisierungspolitik der Faschisten; V. 1929-1938: Die Entnationalisierungspolitik der Faschisten; VI. 1920-1933: Zwischen Rom, Berlin, Innsbruck und Wien; VII. 1922-1938: Südtirol, Hitler und der Nationalsozialismus; VIII. 1939: Die Option; IX. 1940-1943: Die Umsiedlung; X. 1943-1945: Wiedervereinigung in der "Operationszone Alpenvorland"; XI. 1945/46: Keine Rückkehr nach Österreich; XII. 5. September 1946: Das Gruber-De Gasperi-Abkommen; XIII. 1947/1948: Der Weg zum ersten Autonomiestatut; XIV. 1947/48: Rückoption und Rücksiedlung; XV. 1948-1969: Von der Scheinautonomie zum "Paket"; XVI. Die Entwicklung bis zum Jahre 1987; XVII. Das Jahr 1988: Alfons Benedikter gegen Silvius Magnago; XVIII. Von der "Streitbeilegung" 1992 bis heute.
Petra Beckmann-Schulz (Bm)
Dr., Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.612.44.42 Empfohlene Zitierweise: Petra Beckmann-Schulz, Rezension zu: Rolf Steininger: Südtirol im 20. Jahrhundert. Innsbruck/Wien: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5257-suedtirol-im-20-jahrhundert_6914, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 6914 Rezension drucken
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